Analyse: Alexander Zverev

Der neue Boris Becker? Die einzige Hoffnung für das deutsche Herrentennis? Der Erlöser einer durchschnittlichen Tennisgeneration Deutschlands? Sogar die BILD- Zeitung berichtete nach dem Australian Open Erfolg von Alexander Zverev. Ob das unbedingt positiv ist für einen so jungen Mann? Ich denke eher nicht. Fakt ist: Wir haben einen äußerst talentierten Tennisspieler in unseren Reihen, welcher mir vor allem durch sein Auftreten auf dem Platz gut gefällt.

Alexander Zverev in der Analyse!

Der jüngere Bruder von Mischa Zverev ist ein sehr großer Spieler. Knapp 1,94m ist er groß und zur Zeit kommt er sehr schlachsig daher. Mit 16 Jahren hinkt er körperlich der Profitour natürlich noch hinterher, aber bereits jetzt macht Alexander Zverev körperlich einen guten Eindruck. Den Rest macht dann (so hoffen wir) harte Arbeit und ein Stück Genetik 😉

Seine Größe wirkt sich wie folgt auf sein Spiel aus:

  • Sehr gute Aufschläge (dazu später mehr in einer Grafik)
  • Etwas behäbige Beinarbeit wenn der Ballwechsel schneller wird
  • Gute Hebel, um aus dem Halbfeld zu attackieren
  • Aggressives Netzspiel und gute Raumabdeckung

Alexander Zverev ist ein moderner Spielertyp. Was mir sehr gut bereits jetzt bei ihm gefällt, ist seine Spielintelligenz.

Er hat bereits jetzt die Fähigkeit, auf bestimmte Spielsituationen zu reagieren und dementsprechen zu agieren.

So kann er, wenn er beispielsweise sich in der Defensive während eines Ballwechsels befindet, mit hohen und langen Topspinbällen wieder eine bessere Position nahe der Grundlinie finden. Kommt er durch diese wieder in eine bessere Position, bestenfalls ins Halbfeld, kann er mit seinen harten Schlägen sofort Druck auf den Gegner ausüben:

Alexander Zverev ist sehr variabel in seinem Spiel
Alexander Zverev ist sehr variabel in seinem Spiel

Während man es im heutigen Tennis eher mit den „Haudrauf“ Spielertypen zu tun kriegt, kann Zverev bereits jetzt sehr viel mehr. Es bleibt abzuwarten, ob er diesen Spieleigenschaften beibehält. Oder ob er sein Spiel auf Härte auslegt und mehr und mehr den Weg ans Netz suchen wird. Möglichkeiten hat er genug. Die nächsten drei bis vier Jahre werden spannend. Spannend, wie sich sein Spiel entwickelt. Und natürlich vor allem: Wie sich seine Weltranglistenposition entwickelt.

Eine seiner absoluten Stärken ist der Aufschlag. Bei seiner Körpergröße ist dies nicht wirklich verwunderlich. Doch ist sein Aufschlag nicht nur stupide schnell und hart gespielt. Auch beim Service hat der junge Deutsche einiges an Variabilität im Gepäck. Ein weiteres Indiz dafür, dass Zverev ein intelligenter Spielertyp ist, der einiges an Ideen mit auf den Platz bringt.

Zurück zu seinem Aufschlag. Vor allem auf die Einstandseite kann Zverev sehr viele Optionen servieren:

aufschlag-alexander-zverevAllen voran der Aufschlag mit Slice nach außen ist eine sehr gute Waffe in seinem Spiel. Die anderen Optionen, hart oder mit Slice auf Mann und hart durch die Mitte, machen seine Aufschläge für den Gegner schwer zu lesen. Im Endspiel gegen Stefan Kozlov konnte man gut erkennen, dass der eigentlich gewiefte Kozlov zu keiner Zeit ein Mittel gegen die flexiblen Aufschläge des deutschen fand.

Wo ist noch Luft nach oben?

Alexander Zverev ist gerade einmal 16 Jahre jung. Natürlich kann er sich noch in allen Bereichen seines Spiels verbessern. Oft ist er noch zu ungestüm und fabriziert zu leichte Fehler. Aber das ist alles normal und gehört zu einer gesunden Entwicklung dazu.

Meines Erachtens ist die Körpersprache ein wichtiges Zeichen. Und diese gefällt mir, wie eingangs bereits erwähnt, äußerst gut. Konzentriert und fokussiert wirkt Zverev auf dem Court. Dazu hochmotiviert.

Zu dieser guten Einstellung dem Sport gegenüber zählt für mich auch die Aussage von Zverev, dass er sich ab sofort Richtung ATP Tour orientieren möchte. Der Weg vom Junior zum ATP Spieler ist ein harter. Die Zeit wird zeigen, ob und wie Alexander Zverev diesen Weg gehen wird.

Was denkst Du? Kann Alexander Zverev in den nächsten Jahren den Erwartungen gerecht werden?

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4 Kommentare

  • […] doch im Saisonfinale konnte Alexander Zverev beweisen, dass er mit den Großen mithalten kann. Viele Experten ziehen schon den Vergleich zu Boris Becker. Nach einem aufregenden Jahr mit Höhen und Tiefen inklusive Trainerwechsel, beendet Zverev die […]
  • Schöne Analyse. Zu seinem Aufschlag sei gesagt, dass er ihm hin und wieder auch noch ziemliche Probleme bereitet, gerade was Doppelfehler und Aufschlagquote angeht. Gerade das zeigt aber, dass hier noch einiges an bislang ungenutztem Potential liegt, wenn er einfach nur konstanter wird.
    Ich verfolge Alexander Zverev jetzt auch schon eine ganze Weile und würde sagen, bislang ist nach oben hin kein Limit zu erkennen, wohin seine Entwicklung noch führen könnte. Die Chance, dass zumindest ein guter Spieler auf der ATP Tour aus ihm wird, halte ich für hoch, gerade weil auch mir seine Haltung und Einstellung sehr positiv aufgefallen sind, was ganz wichtig ist, um auch etwas aus den Anlagen zu machen und sich durchzusetzen. Das war bei seinem Bruder eher ein Problem, neben der Tatsache, dass dieser sicherlich über deutlich weniger Talent verfügt.
    Für irgendwelche unsinnigen Vergleiche ist es zu früh, das überlassen wir mal schön der BLÖD, aber ich denke wir werden noch Spaß an dem Jungen haben.
  • Hey Tims,

    Ich schließe mich da wie gesagt an. Er ist noch zu jung um wirklich zu sagen: "Der wird Top 10 oder Top 20 kommen". Aber es ist definitiv gut, dass wir ihn haben ;-)

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