Boris Becker, ein entspannter Mini Australian Shepherd und warum der Return der wichtigere Schlag ist

Ich lümmelte auf der Couch herum, unser Mini Australian Shepherd Dexter kämpfte sich gerade an seinem Ochsenziemer ab, da durchbrach Boris Becker auf Eurosport meine Trance.

Dexter hingegen blieb entspannt und kaute weiter. Ein Kompliment für die ruhige Art von Boris am Mikrofon.

Ich schaute das Match von Alexander Zverev gegen Peter Polansky, welches langweiliger war als ein Tatort mit Christian Ulmen und Nora Tschirner. Mir fiel auch nichts auf, was Ivan Lendl in der kurzen Zeit für Zverev spielerisch tun konnte. Unser Hoffnungsträger legte den Körperschwerpunkt bei seiner Rückhand sehr weit nach unten – was er gut machte. Er blieb trotz manchem leichten Fehler etwas besonnener, als noch vor einem halben Jahr – was er ebenfalls gut machte.

Boris huschte dann plötzlich mit einer interessanten Statistik um die Ecke.

Die Länge eines durchschnittlichen Ballwechsels bei den vier Grand-Slam-Turnieren. Eine sehr interessante Frage. Ich hatte direkt eine „drei“ im Mund. Doch ich sollte mich täuschen.

Was schätzt du?

Drei Schläge?

Vier?

Nein.

Es ist genau ein Schlag.

Da hätte man einige Tennis Wetten mit gewonnen.

Nun ist es natürlich kein Geheimnis, dass der Aufschlag ein wichtiger Schlag ist. Viele Meinungen schreien, dass der Aufschlag sogar der wichtigste Schlag sei.

Was Quatsch ist.

Der Return ist der Querschnitt der Qualität des Spielers. Der Return verrät sehr viel über das Gedankentum eines Spielers. Wahrscheinlich mehr, als manchem Spieler lieb ist. Es hat seine Gründe, warum die erfolgreichsten Tennisspieler schon immer auch die besten Returnspieler waren, aber oft nicht die besten Aufschläger.

Sehr nett gemeinte Grüße an dieser Stelle an Angie Kerber.

Es kommen immer mal wieder Eltern auf mich zu die fragen, ob ich mir ihren Sohn oder ihre Tochter anschauen könne. Das Erste, worauf ich dann achte, ist der Return. Dies gilt nicht nur für junge Talente, sondern für Spieler und Spielerinnen aus jeder Altersklasse und jeder Spielstärke.

Und nein, es geht gar nicht so sehr darum, ob der Spieler mal zufällig einen Return mit vollem Tempo in die Rückhand-Ecke des Gegners drischt. Das passiert jedem mal, besonders auf einen schnellen ersten Aufschlag des Gegners 😉

Das Verhalten beim Return

Wichtiger ist das Verhalten beim Return. Dies ist der Spiegel der „Seele des Spielers“.

Wo steht der Spieler beim ersten Aufschlag des Gegners?

Wo beim zweiten Aufschlag?

Verändert der Spieler überhaupt mal seine Returnposition?

Lässt er einen Kickaufschlag mal austrudeln?

Oder versteht der Spieler gar nicht, dass man den Kick entweder direkt nehmen oder austrudeln lassen sollte?

Wird der schwache zweite Aufschlag angegriffen?

Wird überhaupt erkannt, wann der zweite Aufschlag angreifbar ist?

Wohin wird der Return gespielt?

Mittig? Was klug ist?

Oder an die Seitenlinien? Was riskant ist!

Wie verhält sich der Spieler NACH seinem Return?

Läuft er wild Richtung Platzmitte?

Oder orientiert er sich dorthin und beobachtet, was der Gegner macht?

Ui, da ist jetzt ein ganz schöner Fragenkatalog zusammengekommen 🙂

Aber dieser Katalog beantwortet die Frage, ob der Spieler ein gesundes Spielverständnis besitzt oder nicht. Denn nur wenn er dieses besitzt ist er auch in der Lage sein Potenzial auf den Platz zu bringen – über kurz oder lang.

Beantwortet ein Spieler den Großteil der oben aufgeführten Fragen auf dem Platz mit einem selbstbewusstem „Ja!“, so hat er entscheidende Vorteile gegenüber den Spielern, die überhaupt nichts mit den Fragen anfangen können.

Empathie

Wie arbeitet man den Fragenkatalog bewusst durch, so dass man sein Tennis verbessern kann? Alles liegt bei dir selbst. Nicht auf deinem Schläger. Aber dafür in deinem Inneren.

Das ist doch super, oder nicht? Du musst nicht mal auf deinen Schläger angewiesen sein, um dich zu verbessern 😉 Dein Einfühlungsvermögen und deine Aufmerksamkeit für den Gegner beantwortet einen Großteil der Fragen.

Dein Gegner verrät dir, wie du ihn schlagen kannst. Durch seine Stärken und durch seine Schwächen. Je besser du deinen Gegner verstehst, desto leichter fällt es dir zu gewinnen.

Beim Return beginnt dies damit, dass du genau beobachtest, wie der Bewegungsablauf beim Aufschlag deines Gegners aussieht. Dein Gegner wird einen Rhythmus beim Aufschlag besitzen. Hast du diesen Rhythmus entschlüsselt, kannst du deinen Return diesem Rhythmus anpassen und dich ideal auf deinen Return vorbereiten. Du gehst vielleicht einen Schritt nach vorn, machst den Split-Step und holst kurz aus. Oder du gehst zwei Schritte zurück und holst etwas aufwendiger aus.

Du spürst dann, wann der richtige Moment ist, um einen Schritt nach vorn zu gehen. Beispielsweise wenn dein Gegner den Ball hochwirft.

Verständnis, Umsetzung und das richtige Gefühl für das Entschlüsseln des Gegners. Diese drei Punkte machen den Return und damit das gesamte Spiel besser.

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