Die drei Elemente, die bei Vorhand und Rückhand funktionieren müssen

Leichte Fehler zu vermeiden fällt vielen Vereinsspielern schwer.

Du hast dich nach einigen Fehlern bestimmt auch mal gefragt:

Was hab ich denn jetzt schon wieder falsch gemacht? Ich habe den Ball doch vor dem Körper getroffen!

Um eine richtige Fehleranalyse zu betreiben, musst du aber die Quelle des Übels herausfinden. Es reicht nicht, dass du dich fragst was falsch war. Dies ist ein Weg hin zum Übel. Aber das Übel selbst liegt meist woanders.

Ich möchte dir zunächst die drei Energiequellen deiner Vor- und Rückhand vorstellen.

Violá:

Jede Vorhand und jede Rückhand die du spielst, besteht aus drei wichtigen Elementen, die im besten Falle perfekt miteinander kombiniert werden. Man kann hier schon fast von dem abgefransten Domino-Effekt sprechen. Sind all diese Elemente im Einklang, wird deine Vor- oder Rückhand zu einem Schlag, dessen Sauberkeit du auf der Bespannung spüren wirst. Hakt es bei einem dieser Elemente, so wird dein Schlag zu einem Balanceakt auf der Seitenlinie. Funktioniert keines der Elemente richtig, oder nur eines dieser drei, so wird dir der Schlag nicht gelingen.

Was sind nun diese drei Elemente, die drei Energiequellen deiner Grundschläge?

Diese Quellen sind:

  • deine Beine
  • deine Schultern und Hüfte
  • dein Handgelenk

Worauf sollten wir also achten?

Bei der Vor- und Rückhand beginnt der Schlag jeweils mit dem drehen der Schulter- und Hüftpartie. Hinzu kommen die Beine, wie beispielsweise das „in die Knie gehen“ oder auch das „aus den Beinen kommen“. Dieser Bewegungsablauf geschieht parallel zu dem drehen deiner Schulter und Hüfte. Ich vergleiche es gern mit dem Spannen eines Bogens. Du nimmst die Schnur zurück, um anschließend den Pfeil abzuschießen.

Bei deiner Vor- oder Rückhand nimmst du die Hüfte und Schulter, um anschließend einen grandiosen Schlag zu spielen.

Die Beine bei deiner Vorhand oder Rückhand

Sehr oft wird unterschätzt, wie wichtig auch die Beine bei einer Vorhand oder Rückhand sind. Sie bringen dir Stabilität in den Schlag. Viele Profitrainer sind sich einig, dass die Stabilität und die Fähigkeit der Balance zwei essentielle Mittel sind, um sein Tennis zu verbessern. Du musst dazu nicht der stärkste Mensch der Welt sein. Aber eine Grundstabilisation im Körper hilft dir.

Diese Grundstabilisation bekommst du aus deinen Bauchmuskeln, der unteren Rückenpartie und den Beinen. Bist du in diesen Bereichen stabil und kannst gut die Balance halten, sobald du etwas oder gar tief in die Knie gehst, hast du Vorteile bei jedem deiner Grundschläge. Die Qualität dieser Grundstabilisation ist ausschlaggebend für die Qualität deines Schlages.

Diese Grundsätze habe ich von Gebhard Gritsch gelernt, der mit Novak Djokovic zusammenarbeitete und für dessen körperlichen Zustand verantwortlich zeichnete.

Merke dir also für jeden deiner Grundschläge die zwei folgenden Stichpunkte:

  • Balance
  • Stabilisation

Balance und Stabilisation siegen auf dem Tennisplatz immer gegen die reine Muskelkraft.

Hier sind nun bereits zwei Energiequellen beansprucht. Wird nun der Schlag ausgeführt kommt die dritte Energiequelle ins Spiel: dein Handgelenk.

Das flexible Handgelenk

Im Training mit meinen Spielern erzähle ich immer von dem flexiblen Handgelenk. Es kann verschiedene Sprachen. Wird in einem Ballwechsel spanisch gesprochen, kann auch das Handgelenk spanisch. Wird in einem anderen Ballwechsel serbisch gesprochen, so spricht auch dein Handgelenk serbisch.

Dein Handgelenk muss sich immer der aktuellen Spielsituation anpassen können.

Bewege dein Handgelenk jetzt, während du diesen Artikel liest, einfach mal von unten nach oben. Nutze dein Handgelenk, um deine Finger nach unten zeigen zu lassen – und anschließend nach oben. Drehe deinen Unterarm nach außen und bewege deine Hand von links nach rechts.

Du wirst merken, dass sich dein Handgelenk bei jeder dieser minimalen Bewegungen ebenfalls mitbewegt.

Dein Handgelenk kann auf dem Tennisplatz so einiges:

  • stabil bleiben
  • dir helfen unter den Ball zu kommen
  • Abklappen
  • Topspin spielen
  • Slice spielen
  • aufschlagen

Bei all diesen Elementen ist das Handgelenk ein wesentlicher Faktor, um dich zu unterstützen. Bist du sehr gut darin dein Handgelenk der Spielsituation anzupassen und einzusetzen, kannst du besser mit den anderen beiden Elementen, der Beine und der Schulter- und Hüftpartie, harmonieren.

Das Zusammenspiel der drei Energiequellen

Wie eingangs erwähnt: das Wichtigste ist das Zusammenspiel dieser drei Quellen. Nur wenn diese allesamt funktionieren, kann der Schlag perfekt ausgeführt werden und Kontrolle über den Schlag erlangt werden. Bricht eine dieser drei Energiequellen weg, so werden wir wesentlich anfälliger für leichte Fehler in unserem Spiel.

Ein Beispiel: Warum verschlagen wir allzu oft vermeintlich leichte, langsam und zu kurz gespielte Bälle des Gegners? Der Grund: Mindestens eine unserer drei Energiequellen versagt! Meistens fehlt es an Spannung und Arbeit in den Beinen beziehungsweise aus den Beinen heraus. Hier bleiben wir viel zu lasch und inkonsequent. Wir werden bei diesen vermeintlich leichten Schlägen zu nachlässig in Bezug auf mindestens eine unserer drei Energiequellen. Das Ergebnis? Ein ärgerlicher und leichter Fehler. Bricht also eine unserer Energiequellen weg, bekommen wir Probleme in unserem Spiel.

Konzentration und Kondition

Was ist für das Zusammenspiel der drei Energiequellen wichtig? Konzentration und Kondition. Nur wenn wir körperlich fit sind, können wir über drei Sätze unsere drei Energiequellen bei jedem Schlag gekonnt einsetzen. Verlieren wir im Laufe des Matches an Kondition, so verlieren wir ebenso an Konzentration. Verlieren wir an Konzentration, so fällt es uns immer schwerer unsere Energiequellen im Laufe eines längeren Matches miteinander zu verbinden.

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1 Kommentar

  • Gute Info, beim nächsten trainieren Übung die 3 Punkte

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