Simple mentale Tipps, um deine Gegner fair und clever aus dem Rhythmus zu bringen

Ich habe auf dem Tennisplatz eine harte Lektion gelernt, die dir jetzt mentale Tipps für deine Tenniskarriere gibt.

Du lernst jetzt aus meinen Fehlern 😉

Fast jeder Tennisspieler ist auf dem Platz der Sklave seiner Emotionen. Kaum ein Spieler kann sich gegen seine Emotionen wehren. Du hast es schon selbst erlebt, wenn Spieler 6:2 und 4:0 führen, einen Passierball aus dem Lauf heraus knapp neben die Seitenlinie spielen und dann beginnen sich künstlich aufzuregen:

„Was eine schlechte Qualität heut von mir, ey …. Da kommt aber auch gar nix heute …..“

Soll ich dir was verraten? Du bist mit deiner Beobachtung nicht alleine.

Dieses Jammern, obwohl man klar führt und das Match im Griff hat, erlebt man auf jeder Tennisanlage. Ich glaube, mit dieser These lehne ich mich nicht zu weit über die Netzkante. Dieses Jammern zeigt aber auch die emotionale Spannung, die im Spieler aktiv ist. Jeder ist nervös, jeder hat Angst. Tausende negative Gedanken rasen pro Match durch deinen Kopf. Du malst dir Horrorszenarien aus, die noch nicht mal ansatzweise eingetroffen sind.

Das würde dir natürlich niemand sagen. Wenn man einen Spieler nach seinen Schwächen fragt, dann kommt als Antwort meist:

  • Meine Rückhand kommt derzeit nicht.
  • Mein zweiter Aufschlag ist zu ungefährlich.

Das mag alles sein.

Aber die größte Schwäche sind die Emotionen. Dabei ist es ziemlich egal, ob man im Match führt oder ob man überhaupt gar keine Chance hat.

Ich hatte in einem Artikel bereits die Geschichte angeschnitten, in der ich im Einspielen von meinem Gegner verarscht wurde.

Anders kann ich das nicht ausdrücken.

Mentale Tipps für dein Einspielen

Ich spielte bei einem Turnier in Herne. Mein Gegner war in der Rangliste schlechter platziert als ich. Ich dagegen gehörte bei diesem Turnier zu den gesetzten Spielern und ging als klarer Favorit auf den Platz. Dies sollte nicht unbedingt zu meinem Vorteil sein.

Nach einigen Schlägen im Einspielen merkte ich, dass mein Gegner Schwächen auf der Rückhand hatte und auch seine Vorhand nicht konstant kam. Aber dann veränderte sich nach einem Schlag alles. Mein Gegner spielte mir nach zwei Minuten keinen einzigen Ball mehr zu. Zunächst blieb ich ruhig und spielte einfach weiter.

Dann fragte ich höflich nach, ob er nicht einfach den Ball auf meinen Körper spielen könne. Wir waren ja noch jung, standen nicht auf dem heiligen Rasen von Wimbledon und einen mentalen Krieg führten wir ja auch nicht.

Oder führten wir diesen vielleicht doch?!

Mein Gegner grinste.

Er hatte dunkelblonde, kurze Haare, trug eine Mütze und spielte einen Schläger der Marke Head. Ich mochte ihn von Beginn an nicht, was meinen späteren Zustand auf dem Platz noch verschlimmern sollte.

Du wirst später genau lesen, was ich damit meine.

Um ein paar Volleys zu spielen, so wie es üblich ist, bewegte ich mich nach vorn ans Netz.

Dort angekommen, prügelte mein Gegner jeden Ball direkt auf meinen Körper. Es ging nicht darum schnell zu spielen. Es ging darum mich abzuschiessen. Einigen Bällen konnte ich ausweichen, anderen wiederum nicht. So langsam brodelte das Blut in meinen Blutbahnen. Wahrscheinlich kennst du es, wenn die pure Wut langsam aber beständig in dir hochsteigt. Diese Wut beginnt ihren Sprint im Magenbereich, um schnell deinen gesamten Körper einzunehmen.

Mein Gegner grinste wieder.

Ich verlor sämtlichen Fokus. Ich war wütend, verstand die Welt nicht und regte mich innerlich extrem auf. Die Umstände konnte ich nicht ändern. Und ich hatte zu diesem Zeitpunkt überhaupt gar keine Ahnung davon, wie man auf dem Tennisplatz, in der Hitze eines umkämpften Matches, mit seinen Emotionen umgehen kann.

Wobei ich sagen muss, dass es mich immer beruhigt hat, wenn ich mal den Schläger in schmiss.

Es passierte etwas, was ich heute ganz gut beschreiben kann:

Es war mir nicht möglich mich auf die einzelnen Schläge zu konzentrieren, da ich mit meiner Wut beschäftigt war. An dieser Stelle hätte ich einen guten Psychologen gebraucht, der mir ein paar mentale Tipps gibt.

Weder dachte ich daran meinem Gegner auf die Rückhand zu spielen, noch blieb ich in den Ballwechseln ruhig, um auf Fehler zu warten. All das, was ich an Informationen sammeln konnte, war wie weggewischt.

Ich verlor glatt in zwei Sätzen und wusste danach nicht so recht, wie das überhaupt passieren konnte.

Jetzt weiß ich es.

Tennisspieler sind sensibel, wetten wir?!

Mein Gegner hat meine größte Schwäche attackiert: Emotionen. Ich war ohne den eben erwähnten Psychologen, der mir mentale Tipps gibt, aufgeschmissen.

Du sollst jetzt natürlich nicht damit beginnen deine Gegner im Einspielen abzuschiessen. Aber du kannst trotzdem mit seinen Emotionen spielen.

Jetzt verrate ich dir einen Trick, den du garantiert schon selbst in Aktion gesehen hast.

Der gewöhnliche Vereinsspieler ist EXTREM sensibel. Er scheint mentale Tipps gekonnt zu ignorieren, weil er sie für Esoterik hält 😉

Da zwitschert ein Vögelchen, wenn der Ball zum Ballwurf die Hand verlässt und schon ist dieses arme Vögelchen schuld daran, dass der Aufschlag ins Netz ging. Da hustet einer der zwei Zuschauer im Ballwechsel und obwohl auf der Nebenanlage gerade ein lautstarkes Fußballspiel stattfindet, ist dieses Husten der Grund für den leichten Fehler mit der Vorhand.

Jetzt stell dir mal vor wie deine Gegner reagieren, wenn du beim Seitenwechsel einfach mal die 90 Sekunden auf der Bank sitzenbleibst, die dir zustehen!

Deine Liste mit mentalen Tipps für dein nächstes Match

Fast jeder Spieler steht nach 30 Sekunden wieder auf, um weiterzuspielen. Jetzt bleibst du drei Seitenwechsel 60 Sekunden länger sitzen. Das wird deinen Gegner rasend machen. Er wird dir dies nicht zeigen, aber innerlich wird er brodeln wie eine Linsensuppe im Winter.

Mach dir kurz vor dem Return die Schuhe auf und wieder zu. Übertreibe es nicht, aber integriere diese Finten in dein Spiel. Drehe dich kurz vor dem Return mit dem Rücken zum Gegner, um deine Saite zu richten. Lass dir vor deinem Aufschlag ein bisschen mehr Zeit, indem du zu deinem Gegner schaust und den Blickkontakt hältst.

Dein Gegner wird innerlich wahnsinnig, wenn du ihn zehn Sekunden anschaust und nicht aufschlägst.

Halten wir die Punkte, die deinen Gegner auf faire Weise in den Wahnsinn treiben können, kurz in einer Stichtwortliste fest:

  • bleib beim Seitenwechsel 90 Sekunden sitzen
  • suche den Blickkontakt vor deinem ersten Aufschlag und halte ihn für einige Sekunden
  • drehe, wie die einzigartige Maria Sharapova, deinem Gegner beim Return zunächst den Rücken zu
  • öffne deine Schnürsenkel und mache sie (bitte vergiss das bloß nicht) wieder zu

Diese Kleinigkeiten kitzeln die Emotionen deiner Gegner immer und immer wieder. Wenn dann noch ein paar leichte Fehler hinzukommen, hast du deinen Gegner auf vollkommen legitime Art und Weise aus der Ruhe gebracht.

Und das wird zu deinem Vorteil sein.

Dann drehst du das mentale Spiel um und entscheidest dieses zu deinen Gunsten. Tennis ist immer ein Fight im Kopf. Darüber schreiben wenige und noch weniger Trainer sprechen darüber. Es ist wunderbar, wenn du die Vorhand technisch perfekt spielen kannst und dein erster Aufschlag mit einer Quote von 75% kommt.

Unterschätze aber nie, egal wie nett dein Gegner auch sein mag, dieses psychologische Spielchen. Dieses Spielchen kann ein Match drehen, die Dynamik von einem Ballwechsel zum anderen ändern und eine echte Waffe in deinem Repertoire für mentale Tipps werden.

Trete jetzt unserer Community von über 2.480 Spielern bei, die bereits Erfolg mit unseren Strategien und Inspirationen haben:

Erhalte kostenlose Mental-Tipps und Kurse direkt in dein e-Mail-Postfach.

Kostenlos für dich. Du kannst dich jederzeit wieder abmelden.

5 Kommentare

  • Hallo Marco,
    erstmal Danke für deine vielen tollen Posts, die mir Freude, Bestätigung und Inspiration geben.
    Ich bin Tennistrainer und befasse mich seit einiger Zeit mit größter Leidenschaft mit den psychologischen/mentalen Aspekten unseres schönen Tennissports.
    Jetzt meine Frage:
    Kannst du mir eine Ausbildung in diesem Bereich empfehlen?
    Danke im voraus und sportliche Grüße Christian Worm.
    Ps: Konzentration ist unbegrenzt vorhanden glaube ich.
  • Hey Christian,

    da sollten wir am besten Ball drüber sprechen. Schreib mir bitte eine e-Mail an marco@tennis-insider.de.

    Viele Grüße
  • […] Er beschwerte sich über alles, was um ihn herum passierte. Aber er selbst nahm keine Veränderung an seiner Spielausrichtung vor. […]
  • Hoi Marco

    Eventuell kannst du darüber etwas schreiben.
    Im Trainingsmatch spielt man top und gewinnt gegen eine Person - im Match gegen die gleiche Person verliert man dann, auch wenn man sich inständig motiviert und positiv zuredet. Die Schläge sind dann plötzlich eine Lotterie, nervlich funktioniert z.B. die Vorhand überhaupt nicht mehr - Kontrollversagen und Angst.

    Schöner Gruss
    Thomas
  • Hey!

    Das kann ich sehr gerne tun. Ein wichtiges Thema für einen hohen Prozentsatz an Spielern.

    Viele Grüße,
    Marco

Was denkst du?