Wie du nach einer 1:0 Satzführung nie wieder die Konzentration und das Match verlierst

Du gewinnst den ersten Satz hart umkämpft mit 7:5.

Mit schwerem Atem, schweißnasser Stirn und einem Gefühl der Euphorie sitzt du nun auf der Bank.

Dein kompletter Fokus lag auf dem Gewinn dieses Satzes. Deine körperliche und mentale Energie scheint aufgebraucht, wenn du auf der Bank sitzt und diesen schwierigen ersten Satz nochmals in Form von Bildern in deinen Gedanken vorbeiziehen lässt.

Wenn du das nächste Mal auf der Bank sitzt, liegst du vermutlich mit 0:3 im zweiten Satz hinten.

Du fühlst dich innerlich leer. Körperlich kaputt.

Du hast alles was du in dir hattest in den ersten Satz investiert. Ohne zu ahnen, dass diese Investition sich am Ende des Tages nicht auszahlen wird. Den Rest des Matches spielt ein Schatten von dir. Du hast das Gefühl, dass du selbst keinerlei Einfluss mehr auf deine Schläge, dein Spiel hast.

Und verlierst.

Ursachenforschung in der Kindheit

Als du damals mit neun Jahren den gesamten Tag mit deinen Eltern in dem von dir geliebten Erlebnispark verbracht hast, lagst du am Abend müde, erschöpft und glücklich in deinem Bett, nicht wahr?

Du hast all die Abenteuer erlebt, die am Tage zuvor nur in deinen eigenen Gedanken, in Form von Bildern, exisitiert haben. Die Wildwasserbahn mit dem fulminanten Ende, bei welchem man steil ins Nichts stürzt und mehr als ein Wasserspritzer die Kleidung nass gemacht hat. Die Westernshow mit dem einzigartigen Cowboy-Feeling – als sei man im echten wilden Westen und Lucky Luke ein Gast in einem der erbauten Lokale. Die atemberaubende Achterbahn, auf welche sich ganz sicher nicht jeder von deinen Kumpels getraut hätte.

All dies hast du innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes erlebt.

Diese ganzen Erlebnisse und Emotionen lassen dich am Abend glücklich und zufrieden in den wohlverdienten Schlaf fallen.

Was fällt dir auf?

Die Gefühle nach aufregenden Erlebnissen sind dieselben. Du bist entspannt, glücklich und ein Stück weit müde. Du bist nicht mehr in der mentalen Verfassung deinen Fokus neu zu setzen. Die Anspannung der Erlebnisse fällt von dir ab.

Du bist mit deinen Gedanken und Emotionen in der Vergangenheit. Bilder aus dem ersten Satz, von toll herausgespielten Punkten, flimmern vor deinem Auge. Du durchlebst nochmals alle Höhen und Tiefen dieses ersten Satzes.

Wenn du dich dann von deiner Bank erhebst um dich auf den zweiten Satz vorzubereiten, geht es dir ähnlich wie damals als Kind abends im Bett – nach einem aufregenden Tag im Erlebnispark.

Du bist müde. Irgendwie schon zufrieden. Und gedanklich in der Vergangenheit gefangen.

Welche Mittel und Wege gibt es nun, dieser lähmenden Zufriedenheit zu entkommen?

#1 Konzentriere dich sofort auf den nächsten Ballwechsel

Abhaken.

Nichts ist passiert. Nichts ist gewonnen.

Deine Gedanken lassen Bilder entstehen. Diese Bilder wiederum rufen Emotionen hervor. Du kannst dies steuern.

Denkst du an deine grandiosen Punkte aus dem ersten Satz verfällst du leichter in Zufriedenheit. Du musst aber die Spannung in dir selbst hochhalten. Nur so verlierst du nicht deinen Fokus – und somit deine Konzentration.

Verschenkst du keinen Gedanken an den ersten Satz, sondern fokussierst dich voll auf das was als nächstes kommt, wirst du mit einer ganz andere mentale Verfassung in den zweiten Satz gehen.

Vergiß nicht deine Gedanken und Bilder im Kopf zu überwachen.

#2 Gehe auf die Toilette

Ablenkung von deiner inneren Zufriedenheit kann dir helfen. Nimm dich selbst komplett aus der aktuellen Situation im Match raus. Tauche ein in eine neue, positive Gefühlswelt.

Der Toilettengang ist dabei ein hilfreiches, legales und sportlich faires Hilfsmittel.

Hast du dich schonmal gefragt, warum macher Profispieler nach einem harten und engen ersten Satz die Flucht auf das Klo sucht? Er will sich abkapseln.

Den Fokus neu setzen.

Dazu lässt du deinen Gegner mit der aktuellen Situation und dem Spielstand allein in der für ihn gewohnten Umgebung. Er selbst bekommt keine neuen Einflüsse, keine neuen Umstände. Keinen kurzen Small-Talk mit einem Kumpel auf dem Weg zur Toilette.

Dein Gegner bleibt allein.

#3 Stelle dir vor, wie du bei deinem nächsten Aufschlag den Punkt herausspielst

Tipps für deinen Aufschlag findest du hier. Diese Tipps kannst du nutzen, ohne selbst auf dem Platz zu stehen. Nämlich in der Pause nach dem ersten Satz.

Stelle dir bildlich vor, wie du bei deinem nächsten Service mit Slice nach außen servierst und dein Gegner den Return nur noch gerade soeben, mit dem Rahmen, zurückspielen kann. Du bewegst dich mit deinen flinken Beinen ins Feld, umläufst deine Rückhand und spielst einen kühlen Winner mit deiner Vorhand in die Rückhand deines Gegners.

Stelle dir dazu den Spielstand und die aktuelle Situation vor. Du musst diese Situation fühlen können.

Dieses kleine, aber effektive Psychospielchen hilft dir deine Konzentration hochzuhalten.

Der Grund, warum du deine Konzentration nicht halten kannst, existiert ausschließlich in deinen Gedanken. Veränderst du deine Gedanken, so veränderst du deinen Fokus, deine Konzentration. Veränderst du aber nichts, so wird sich auch dein Ergebnis – und somit deine Konzentration nicht verbessern.

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