Wie Madison Keys trainiert und was Du daraus lernen kannst

Info: Alle in diesem Artikel beschriebenen Übungen wurden von zwei Rechtshändern gespielt. Solltest Du selbst oder Dein Trainingspartner Linkshänder sein, so müsstet ihr die Übungen dementsprechend abwandeln. Für Fragen kannst Du gerne unter diesem Artikel die Kommentarfunktion nutzen.

Glücklicherweise konnte ich mich während meinem Aufenthalt beim WTA- Turnier in Strasbourg vom Baguette-Stand losreissen, einen idealen Sitzplatz ergattern und mehrere Trainingsessions von Madison Keys beobachten.

Und Du sollst nach diesem Artikel inspiriert sein für neue Trainingsmöglichkeiten.

Denn: Alle Übungen spielte Madison Keys ausschließlich allein mit ihrem Hittingpartner.

Lange Rede, kurzer Sinn: Los geht`s.

Was Du brauchst:

  • Einen Trainingspartner
  • Einen Sack Bälle (15-20)
  • 60 Minuten Zeit
  • Gute Laune

Fokus auf Matchsituationen

Was in jeder einzelnen Minute während dem Training von Madison Keys eindeutig im Vordergrund stand: Simulieren von Situationen im Match.

Jede Übung behandelte je einen gezielten Schlag. Eine wie ich finde hervorragende Abwechselung für den Otto-Normal-Tennisspieler, welcher im Training bereits eine gewisse Routine entwickelt hat mit den Jahren.

Eine. Routine. Seit. Jahren 😉

Ohne Hintergedanken Bälle schlagen. Ein paar Punkte ausspielen. Platz abziehen. Bier trinken.

Madison Keys ist eine Spielerin mit einer äußerst offensiven Spielausrichtung. Sie ist eher auf Hardcourt als auf Sand zu Hause. Dementsprechend wurden die Übungen angepasst.

Übung Nummer 1: Vorhand-Winner aus dem Halbfeld

Ziel: Auf einen zu kurzen Topspinball des Gegners einen Winner mit der Vorhand schlagen.

Gespielt wird ein gewöhnlicher Ballwechsel, welcher von unten begonnen wird. Der dritte bis fünfte Schlag wird von einer Person absichtlich mit Topspin ins T-Feld gespielt. Anschließend erfolgt der aggressive Winnerschlag mit der Vorhand. Die Ecke ist dabei egal.

Madison Keys spielte diese Übung mit ihrem Hittingpartner zu Beginn einer Trainingeinheit. Die Umstellung von Sand auf Hardcourt schien sie noch nicht wirklich glücklich gemacht zu haben.

Wichtig hierbei: Der Fokus muss auf dem entgegengehen des Balles liegen. Der Ball muss am höchsten Punkt getroffen werden. Hierzu sind kleine Schritte ins Feld, aus dem eigentlichen Ballwechsel heraus, Pflicht.

Nach ca. zehn Minuten wurde diese Übung ein wenig abgewandelt.

Nun spielte ihr Hittingpartner aus dem Stand, aus Höhe des T-Feldes, Topspinbälle auf die Vorhand. Die meisten Trainer spielen bei solchen Übung den Ball „einfach nur rein“. Ohne Slice oder Spin. Dies war in diesem Falle anders. Auf diese Weise konnte erneut eine Matchsituation simuliert werden.

Madison Keys spielte daraufhin wiederum aggressive Vorhandbälle aus dem Halbfeld.

Mit einem Ballkorb ist diese Übung für Dich und Deinen Trainingspartner am besten. Aber wie eingangs erwähnt reichen ca. 15-20 Bälle aus. Wenn diese intensiv gespielt werden.

Madison Keys und ihr Hittingpartner hatten eine Plastiktüte mit Bällen dabei. Diese reichte vollkommen aus.

Übung Nummer 2: Mit Spin halbhoch auf die Rückhand des Gegners

Ziel: Tempowechsel.

Eine simple Übung. Ich war erstaunt, wie viel Wert Madison Keys und ihr Hittingpartner dennoch darauf legten. Wahrscheinlich lag es an der bereits erwähnten Umstellung von Hardcourt auf Sand.

Beide Spieler standen jeweils in ihrer Rückhandecke. Aus einem gewöhnlichen Rückhand-Cross-Duell musste Madison Keys auf Kommando einen hohen Topspinball, ebenfalls wieder in die Rückhandecke des Gegners, spielen.

Nicht einer ihrer Lieblingsschläge kann ich Dir sagen 😉

Anschließend wurde der Punkt dann frei zu Ende gespielt.

Diese Übung ist hervorragend um Tempo aus dem Ballwechsel zu nehmen, den Gegner vor andere, neue Aufgaben zu stellen. Gerade, harte Schläge sind oft einfacher zurück zu spielen als hohe und langsame Bälle.

Auch ist es teilweise gar nicht so einfach, selbst für eine Weltklassespielerin wie Madison Keys, effektive Topspinbälle zu spielen.

Entscheidend hier: Die Länge im Schlag.

Gerät der Topspinball nämlich zu kurz, findet man sich ganz schnell bei Übung Nummer 1 wieder 😉

Übung Nummer 3: Auf einen Slice mit Winkelspiel antworten

Ziel: Dem Gegner aus einer eigentlich unangenehmen Situation trotzdem weh tun.

Erhöhter Schwierigkeitsgrad bei der letzten Übung. Hier wurde nicht wie sonst aus dem Ballwechsel heraus der gezielte Schlag trainiert.

Stattdessen spielte der Hittingpartner von Madison Keys die Bälle einzeln als Slice auf die T-Linie. Er selbst stand auf seiner Seite des Platzes dabei im Korridor (Doppelfeld). So hatte Madison den Platz für sich um auf den Slice zu antworten.

Madison selbst startete die Übung von verschiedenen Positionen an der Grundlinie. Mal mittig. Mal etwas in der Rückhandecke. Mal etwas weiter in ihrer Vorhandseite.

Sie sollte dabei den Ball nicht nur einfach nur ins Feld spielen. Das wäre ja zu einfach 😉

Ziel war es mit einem geschickten Topspinschlag den Gegner aus dem Feld zu treiben. Auch hier haben wir wieder eine Situation im Match, welche durch diese Übung hervorragend simuliert wird.

Welche wichtigen Elemente können wir übernehmen?

Klar, Du kannst diese Übungen natürlich so übernehmen. Für andere Schläge abwandeln. Dich einfach inspirieren lassen.

Aber: Wichtig und ich denke wirklich förderlich ist ein ganz bestimmter Punkt.

Und zwar das matchorientierte Training. Matchsituationen zu simulieren ist wesentlich effektiver als einfach eine Stunde lange Bälle zu schlagen. Natürlich ist auch Bälle schlagen wichtig.

Doch sollte diese Art von Training, wie es Madison Keys in Strasbourg praktiziert hat, ebenfalls ein wichtiger Teil Deines Training sein/ werden.

Oft liegen entscheidende Faktoren in den simplen Dingen. Die Übungen mögen simpel sein.

Dafür sind so umso effektiver.

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