Wie mentales Training dein Tennis nachhaltig verbessern kann

Wer kennt es nicht? Verletzungen, Niederlagenserien, Misserfolg.

Das alles hat mich seit letztem Jahr gebeutelt. Angefangen mit einem Meniskusriss, über anhaltende Handgelenksprobleme und eine fünfmonatige sieglose Phase. Die Motivation zum täglichen Training sinkt immer weiter.

Es war klar: Es muss sich was ändern!

Also begann ich nachzudenken, worin diese Misere begründet lag. Es war nicht die Physis, es war nicht das spielerische Können. Es lag eindeutig an der mentalen Komponente. Ich war schlicht und ergreifend nicht in der Lage mein Potenzial auszunutzen.

Ich begann also mit allerlei mentalen Trainingsformen.

Heute ist mein Ziel wieder klar: Profi werden. Ich möchte nächstes Jahr mein Debüt auf der ITF-Tour geben, nachdem ich mein Abitur gemacht habe. Aber wie sieht mein „mentaler Trainingsansatz“ denn nun aus. Auf den ersten Blick, wirkt es wohl ein wenig merkwürdig und nicht vollständig nachvollziehbar.

Kann das funktionieren? Wird hier nicht der physische Aspekt vernachlässigt?

Auf die erste Frage antworte ich mit einem klaren Ja!

Auf die zweite Frage mit einem klaren Nein!

Mein Training beruht auf zwei einstündigen Yogasitzungen täglich. Durch regelmäßiges Yoga steigere ich meine Willenskraft, Mentale Stärke und energetisiere meinen gesamten Körper. Dadurch fühle ich mich deutlich frischer als nach harten Trainingseinheiten. Auch wenn Yoga oft als „sanftes Training“ bezeichnet wird, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es echte Knochenarbeit ist! Darüber hinaus kann ich nur empfehlen sich neben der physischen auch der spirituellen Ebene zu öffnen.

Weitere Teile meines Trainings bestehen im Qigong. Qigong bewirkt ein höheres Energielevel, sowie eine verbesserte Kontrolle der Gedanken und der Bewegungskoordination. Unmittelbar mit Yoga und Qigong verbunden, sind natürlich auch Meditationen, welche mir die nötige Ruhe und Gelassenheit geben.

Begeben wir uns nun einmal auf die physische Seite meines Trainings. Dort steht täglich eine Stunde Pilates auf dem Programm, um die innenliegende Stütz- und Haltemuskulatur zu kräftigen und den Atemrythmus zu optimieren. Durch Pilates bin ich in der Lage deutlich länger und auch unbewusster die Körperspannung während meiner Schläge aufrechtzuerhalten.

Mein Tennis wird fehlerloser.

Darüber hinaus führe ich täglich eine Stunde tennisspezifisches Training durch, welches allerdings deutlich unter der kompletten Erschöpfungsgrenze des Körpers liegt.

Dieser Teil meines Trainings besteht aus z.B. kurzen Läufen, Schnelligkeits- und Beinarbeitstraining, welches ich an einer Koordinationsleiter oder einem Stepboard durchführe, leichtem Krafttraining für die tennisspezifischen Muskelpartien mit Thera- bzw. Widerstandsbändern und einem Koordinationsteil, welcher beispielsweise aus Übungen mit einem Reflexball besteht. Diese Stunde tennisspezifischen Trainings hilft mir, die Bewegungsabläufe auf dem Tennisplatz zu manifestieren.

Last but not least: Das Mentaltraining.

Obwohl Yoga und Qigong bereits große Auswirkungen auf meine Mentale Stärke erreichen, ist ein gesondertes Mentaltraining unabdingbar für mich. Dazu zählen insbesondere Visualisierungen. Diese Technik erlaubt mir Ballwechsel und Matches bereits im Kopf durchzugehen und mich so perfekt auf ein Match einzustellen. Zusätzlich visualisiere ich Erfolge um ein Gefühl innerer Zufriedenheit zu erzeugen.

Alles in Allem baut mein Ansatz stark auf der Nutzung meines inneren Potenzials, denn merke:

80 % des geistigen Potenzials bleibt ungenutzt

Was wäre wohl, wenn man diese 80 % komplett nutzen könnte?

Um diese 80 % nutzen zu können ist natürlich eine hohe Kontinuität in meinem kognitiven Training nötig. Meine tägliche Trainingsdauer beläuft sich zusammengerechnet auf ca. 5-6 Stunden.

Damit sowohl Geist als auch Körper perfekt funktionieren und zusammenarbeiten können, ist eine disziplinierte Ernährung ebenso wichtig. Dabei kommt es mir persönlich besonders auf Naturbelassenheit der Produkte, sowie auf Hochwertigkeit in Form von wertvollen Nährstoffen. Dabei greife ich auf Lebensmittel, wie beispielsweise Chia-Samen oder Goji-Beeren zurück. Sogenannte Superfoods.

Darüber hinaus lebe ich vegetarisch, da Ahimsa, Gewaltlosigkeit, eine Grundlage des Yoga ist und somit auch eine Grundlage für vollständige Erschöpfung meines Potenzials. Des weiteren achte ich darauf in richtigen Mengen zu essen um den Körper nicht zu sehr mit der Verdauung zu belasten.

Ich weiß, das klingt alles recht kompliziert und ich habe dies auch nur mithilfe einer Ernährungsberaterin hinbekommen, aber nun ist der richtige Ernährungsansatz gegeben und ich fühle mich sehr wohl. Es lohnt sich also in manchen Fällen auf die Hilfe von Experten zu setzen.

Und noch ein kleiner Tipp von mir bezüglich der Motivation für Workouts, egal ob herkömmliches Training, Yoga oder jede andere beliebige Form des Trainings: Mit der richtigen Musik und einer positiven Einstellung trainiert es sich deutlich leichter und Erfolge stellen sich schneller ein.

Ich hoffe, es hat euch etwas geholfen mal Einblick in eine sehr unkonventionelle Trainings- und Lebensweise zu erhalten, da die meisten Tennisprofis ähnliche Trainingsansätze haben.

Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen!

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4 Kommentare

  • Woher kommt die mentale Schwäche.

    Am Ende des Artikels wird auf ein weiteres E book verwiesen, welches ich nicht finde.
    WORTLAUT: "In Teil 2 dieses eKurses werden wir auf dich als Tennisspieler eingehen. Und schauen, welche Alarmsignale es für mentale Schwäche gibt."

    Ich habe e book 1 gekauft.

    mit freundlichen Grüßen

    Walter Ignaschewski-Kellner
  • Sehr gut geschrieben und beschrieben diese Mentaltechniken. Um alles umzusetzen ist eines unbedingt, nämlich der unbedingte Wille und ein klares Ziel. Jeder der sich dessen bewusst ist, ist hiermit eine gute Möglichkeit an die Hand gegeben ein effektives Training, welches Körper, Seele und Geist berücksichtigt.
    Ich kann jedem nur ans Herz legen, der in sportlicher Arbeit ein Profi sein will, sich diese Anleitung sehr genau durchzulesen und auszuführen, denn der Erfolg wird nicht lange auf sich warten lassen.
  • Danke für den Zuspruch Marco! Dass der unbedingte Wille und das klare Ziel da ist, weißt du ja ;)

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