Psssst …! Die Vorteile introvertierter Menschen auf dem Tennisplatz

Beobachtungsgabe. Einfühlungsvermögen. Ruhe bewahren.

Introvertierten Menschen wird oft vorgeworfen zu ruhig zu sein. Keine Emotionen zeigen zu können. Nicht den Biss zu haben. Besser ausgedrückt: Den Biss nach außen zu transportieren und darzustellen.

Introvertiert zu sein wird viel zu oft mit Schüchternheit und Zurückhaltung verbunden. Es wird offensichtlich dabei vergessen, dass nicht nur allein das gesprochene Wort zählt.

Sondern vielmehr die Tat.

Introvertierte Menschen sind hochsensibel. Dabei ist das Wort sensibel in diesem Kontext alles andere als negativ zu definieren. Aber dazu später mehr.

Unter dem Dach der Introversion finden wir folgende Eigenschaften vor:

Introvertierte Menschen …

… bewahren die Ruhe
… sind äußerst stark reflektierend
… können hervorragend beobachten
… sind kreativ

So weit, so gut.

Diese Eigenschaften, vielmehr Fähigkeiten, können auf dem Tennisplatz den entscheidenden Unterschied machen. Diese Fähigkeiten können Stärken auf dem Tennisplatz sein. Diese Fähigkeiten können aus Dir einen besseren Tennisspieler machen.

Wenn man diese Eigenschaften zu nutzen weiß.

Die Ruhe bewahren

Das Einspielen ist vorbei. Das Match beginnt. Du hast Dir viel vorgenommen. Doch es kommt anders als Du es dir vorgestellt hast. Deine Bälle fliegen zu weit. Du stehst nicht gut zum Ball. Du hast ein schlechtes Gefühl auf dem Platz.

Du liegst sofort 0:3 zurück.

Wo andere bereits an dieser Stelle das Match im Kopf abgehakt haben. Wo andere fluchen, negativ denken, sich selbst komplett aus dem Rhythmusbringen, können introvertierte Menschen komplett die Ruhe bewahren.

Introvertierte haben die Fähigkeiten auch in solchen Spielsituationen den Kopf und den Geist so rein und klar wie möglich zu halten. Und genau dies ist unheimlich wichtig wenn es mal nicht so läuft wie man es sich eigentlich vorstellt.

Fluchen, sich selbst und die Lage noch schlechter reden als sie eigentlich ist: Dies bringt überhaupt nichts. Wenn es etwas bringt, dann nur kontraproduktives.

Tipp: Bei 0:3 mal das Handtuch über den Kopf werfen. Sich abschotten. Tief und bewusst atmen. Und die Ruhe bewahren.

Reflektierend

Hervorragende Selbsteinschätzung gilt bei introvertierten Menschen als eine stark ausgeprägte Eigenschaft. Sich selbst, sein denken und handeln zu reflektieren und zu analysieren kann auf dem Tennisplatz helfen.

  • Was habe ich bisher im Match falsch gemacht?
  • Was habe ich gut gemacht und sollte ich weiter verbessern?
  • Welche Fehler wiederholen sich immer wieder?
  • Wie kann ich eben diese wiederkehrenden Fehler vermeiden und abstellen?

Anstatt das Match aus der eigenen Hand zu geben und es einfach laufen zu lassen, haben introvertierte Menschen die Fähigkeit das Match ehrlich und analytisch zu reflektieren und daraus neue Erkenntnisse und Schlüsse zu ziehen.

Tipp: Wie weit das Match auch bereits fortgeschritten sein mag. Die Gabe das Match zu reflektieren kann zu jedem Zeitpunkt neue, wichtige Impulse für den zukünftigen Verlauf des Matches geben.

Beobachten

Welche Seite meines Gegners, Vorhand oder Rückhand, ist schwächer? Hat mein Gegner Probleme wenn er Schritte ins Feld hinein machen muss? Bewegt er sich eventuell schlecht in der Seitswärtsbewegung? Findet er auf flache Slicebälle kaum richtige Antworten? Hat er Probleme mit hohen Topspinbällen auf die Rückhand?

Tatsächlich schaute ich mir vor einiger Zeit ein Match in unserem heimischen Verein an, bei welchem unser Spieler so gut wie jeden Ball auf die Vorhand seines Gegners spielte. Unser Spieler verlor 1/6 und 2/6. Anschließend fragte ich den Spieler einfach ganz blöd, warum er denn immer stur auf die Vorhand seines Gegners spielte. Und nicht zwischendurch mal etwas anderes versuchte.

Seine Antwort:

Das habe ich gar nicht bemerkt!

Es fehlte die komplette Beobachtungsgabe in diesem Fall. Er hat nicht beobachtet, dass sein Gegner fast das komplette Match mit seiner starken Vorhand bestimmen durfte.

Das Beobachten des Gegners ist unheimlich wichtig. Wie soll man sich sonst dem Gegner anpassen? Schwächen entdecken? Und diese Schwächen ausnutzen?

Wie zu Beginn dieses Artikels erwähnt: Introvertierte Menschen sind hochsensibel. Dies ermöglicht ihnen eine scharfe Beobachtungsgabe. Alle Sinne sind auf scharf gestellt und ziehen Informationen an.

Tipp: Bereits ab dem einspielen sollte der Gegner genauestens unter die Lupe genommen werden. Wie bewegt er sich? Bei welchen Bällen hat er Probleme? Was sind seine Stärken? Dies sind alles unheimlich wichtige Informationen welche es gilt zu analysieren und auszuwerten.

Kreativ

Lösungen finden.

Auf dem Tennisplatz geht es sehr oft einzig und allein darum: Lösungen zu finden.

Um sich aus schwierigen Spielsituationen zu befreien, um Antworten auf komplizierte Bällen zu finden, um sein eigenes Spiel immer wieder neu zu definieren, um eben Lösungen zu finden braucht man eines: Kreativität.

Kreative Lösungen sind auf dem Tennisplatz zumeist die besten.

Introvertierte Menschen haben die Eigenschaft enorm kreativ denken zu können. Ob es eine Symbiose aus den bereits erwähnten Eigenschaften wie scharfes beobachten und reflektieren ist? Wer weiß …

Kreativität beginnt auf dem Tennisplatz im Kopf. Erst anschließend auf dem Schläger. Der Weg kreative Lösungen auf dem Platz zu präsentieren führt nur über das Finden von Lösungen.

Tipp: Trau Dich mal etwas! Trau Dich mal Dinge auf dem Tennisplatz zu tun, welche Du sonst niemals tun würdest. Du spielst nie Serve-and-Volley? Mach es doch einfach mal. Du spielst nie Chip-and-Charge mit einem langsamen, langen Slice als Angriffsball? Mach es doch einfach mal. Du stehst beim Aufschlag immer an der gleichen Stelle? Stell Dich doch einfach mal zwei Schritte weiter nach rechts. Oder links.

Und jetzt soll nochmal einer sagen, Introversion sei eine Krankheit … 😉

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2 Kommentare

  • Netter Tipp :-)
  • Hallo Wolfgang,

    immer gerne. Vielen Dank für Dein Feedback.

Was denkst du?