6 maßgeschneiderte Spielsituationen, um einen Stopp einzustreuen

Du musst die kleine behaarte Filzkugel nicht immer gnadenlos verprügeln.

Es gibt auch noch andere Wege, um dem Gegner zu zeigen, dass du eine Menge drauf hast, sobald du mit einem Tennisschläger in Berührung kommst.

Gewalt führt nicht immer zum Ziel. Und deswegen wird dieser Artikel dir sechs Spielsituationen aufzeigen, in denen du dein Ballgefühl und deine Spielübersicht der Tenniswelt präsentieren darfst.

Und hey: dein Tennis wird dadurch flexibler. Deine Gegner werden sich nicht darüber freuen, wenn du sie in einer für sie unpassenden Situation von der Grundlinie wegholst und ihre Laufwege in neue Rutschbahnen lenkst.

In einem Match kommt es sehr häufig auf Nuancen an.

Auf die richtige Entscheidung im Ballwechsel. Auf den richtigen Schlag zur richtigen Zeit. Ein wichtiger Bestandteil dieses Konzeptes ist ein Schlag, welcher leider viel zu wenig beachtet wird:

Der Stoppball.

Richtig eingesetzt, kann dieser zu einer echten Waffe in deinem Spiel werden. Und es gibt einen echten Vorteil. Der Stoppball muss nicht zwangsläufig perfekt gespielt sein, wenn er in der richtigen Spielsituation gespielt wird. Anders als beispielsweise bei einem Inside Out oder der Rückhand Longline. Der Stoppball verzeiht mehr, ist aber dennoch hocheffektiv, wenn er nicht inflationär genutzt wird.

In welchen Spielsituationen kann ein Stoppball erfolgreich sein?!

Spielübersicht und Cleverness sind beim Stoppball gefragt.

Deine Spielübersicht, die du wie ich hoffe bei jedem Training schulst, hilft dir die richtigen Spielsituationen zu erkennen. Wie verhält sich dein Gegner in den Ballwechseln an der Grundlinie? Besitzt dein Gegner überhaupt ein gutes Spielverständnis? Erkennt er, wann du einen Stoppball spielen willst?

Viele Clubspieler haben Probleme, wenn sie das Spiel des Gegner erkennen und lesen wollen.

Dazu kommt es, dass es für viele Spieler schwierig ist, nach vorn zu laufen. Seitlich an der Grundlinie bewegen sich die Meisten sehr gut. Aber wenn es dann darum geht nach vorn zu kommen, wird es holprig.

Einer der Hauptgründe besteht darin, dass eben sehr wenig Stopps gespielt werden. Das Netzspiel scheint eh auf den meisten Tennisanlagen verboten zu sein, so dass die Bewegung nach vorn für viele Clubspieler eine fremdartige Bewegung ist.

Kommst du langsam auf die Idee, Stoppbälle mit in dein Waffenarsenal aufzunehmen? 😉

Du kannst einen Stoppball in den folgenden Spielsituationen einsetzen:

  • dein Gegner steht weit hinter der Grundlinie
  • du stehst im Feld und hast die Möglichkeit, einen Stopp gegen die Laufrichtung des Gegners zu spielen
  • bei großem Selbstvertrauen: aus einem Vorhand- oder Rückhandcrossduell heraus
  • aus dem Halbfeld heraus, wenn dein Gegner bereits aus dem Feld getrieben wurde
  • wenn du einen Rückhand-Slice andeutest und dann einen Stopp spielst
  • wenn dein Gegner ans Netz kommt. Ein Stopp wäre in diesem Fall ein Ball vor die Füße des Gegners. Sehr wirksam und schwierig zurückzuspielen

Spiele den Stoppball mit Überzeugung und lass die Handbremse los, sobald du dich entschieden hast, den Stopp einzusetzen. Gerät dein Stoppball viel zu lang, hat der Gegner eine Möglichkeit den Ballwechsel für sich zu entscheiden. Dies ist immer noch besser, als wenn du einen einfachen Fehler begehst indem du zu viel bei einem Schlag riskierst.

Wenn du einen Stoppball spielst achte darauf, dass:

  • du den Ball mit Schnitt spielst
  • du den Stopp hoch ansetzt
  • der Schlag nicht zu riskant ist

Übung macht den Stoppball-Meister

Trainiere den Stoppball und versuche diesen in dein Schlagrepertoire mit einzubauen. Er könnte in vielen Situationen im Match wichtig für dich werden.

Ich habe es schon oft erlebt, dass der Stoppball ein Rhythmusbrecher ist. Dabei geht es nicht nur um den Schlagrhythmus deines Gegners in einem ganz bestimmten Ballwechsel, sondern um den Rhythmus eines gesamten Matches. Wir alle kennen das berühmte Momentum – man hat dies, oder man dies gegen sich.

Wenn du in einem Match kaum einen Schuh auf den Platz bekommst und dich von deinem Gegenüber komplett überrollt fühlst, kann der Stoppball dir eine wahre Hilfe sein. Streue einfach mal ein paar clever eingestreute Stopps ein und schau, wie dein Gegner damit zurecht kommt. Lass dich nicht abwimmeln, wenn dein Gegner einen deiner Stopps entspannt erläuft und dir hinten in die Ecke schiebt.

Es geht in diesen Spielsituationen nicht darum, viele Punkte mit dem Stoppball zu klauen, sondern deinen Gegner aus seinem Lauf zu schubsen. Dem Match eine neue Richtung zu geben.

 

Auch strategisch ist der Stoppball also eine Waffe für dich, der du dich bedienen kannst. Trainiere in deinen Trainingsmatches immer wieder die in diesem Artikel angesprochenen Spielsituationen – und streue Stoppbälle ein. Du wirst dich nach einigen Versuchen sicherer bei dieser Variante fühlen.

Und wenn du dann im nächsten Match dein Spiel flexibler gestalten kannst, indem du geschickt Stopps einstreust, wirst du dich wundern was diese kleine Flinte alles bewirkt 😉

Trete jetzt unserer Community von über 2.480 Spielern bei, die bereits Erfolg mit unseren Strategien und Inspirationen haben:

Erhalte kostenlose Mental-Tipps und Kurse direkt in dein e-Mail-Postfach.

Kostenlos für dich. Du kannst dich jederzeit wieder abmelden.

Noch keine Kommentare vorhanden.

Was denkst du?