Spiel auf Sand Teil 2: Die Umstellung von verstaubter Hallendecke zu wolkenlosem Himmel

Du kannst dich nicht selber finden, indem du in die Vergangenheit gehst. Du findest dich selber, indem du in die Gegenwart kommst – Eckhart Tolle

Als ich früher aus der Halle auf den roten Sand wechselte, nervte mich der Klang meiner Bespannung auf.

So stumpf. Leblos. Frei von jeglicher Teilnahme am Spiel.

Die Vögel gaben ein lauteres Zwitschern von sich, als der Klang meiner Saiten bei der Vorhand. Mich irritierte der Zaun, welcher von einem lieblosen Werbeplakat verziert war, auf der ein Firmenname stand, den keiner kannte. Mich verwirrte der Wind, der mal von hinten und mal von vorn kam und meine Schläge beeinflusste.

Über die Sonne brauchen wir erst gar nicht sprechen. Ich liebe sie. Aber nicht beim Aufschlag. Ich suchte nach Lösungen für diese, nennen wir sie mal: Probleme.

Und ja, es gibt eine Lösung mit der veränderten Optik und Akustik zurecht zu kommen.

Willst du sie wissen? Die Lösung?

Verabschiede dich von der Halle.

Du bist, ebenso wie ich als kleiner Steppke, noch als ein Hallenspieler konditioniert, wenn du die ersten Rutschpartien auf Sand von der Leine lässt. Dein Auge, dein Gehör, dein gesamter Verstand sind noch auf „Halle“ programmiert.

Nicht aber auf Sand. Auf den blauen Himmel mit seinen kleinen Schleierwolken. Den Zaun mit den hässlichen Werbeplakaten. Den jungen Eltern, die ihren Babywagen durch den Park fahren, indem sich deine Clubanlage befindet.

Wenn du damals als Schüler stets die Klassenräume für die verschiedenen Fächer wechseln musstest, kamen dir die Räume ebenfalls immer anders vor.

Nicht wahr?! 😉

Du bist ein Gewohnheitsspieler

Beginnt die Freiluftsaison, musst du den Sandplatz als neue Liebesbeziehung betrachten, die erst wieder entstehen und wachsen muss. Ihr habt euch lange nicht gesehen. Du musst die Eigenarten und Vorzüge wieder kennenlernen.

Und vor allem musst du lernen mit diesen Vorzügen wieder richtig umzugehen.

Du wärst böse, wenn du sie mit deiner alten Liebesbeziehung, der Halle, vergleichen würdest. Das wäre unfair und würde dir nichts bringen außer Ärger und Groll.

Genieße den blauen Himmel. Lausche den Vögeln beim zwitschern. Ärgere dich nicht, so wie ich, über die Werbeplakate im Hintergrund.

Nimm das alles an und konzentriere dich auf jeden einzelnen Moment, den du auf dem Platz verbringst. Sauge jedes Detail auf wie ein Schwamm. Sammel Informationen darüber, wie der Ball springt, wie sich deine Schläge anfühlen, wie du dich zum Ball bewegst.

Wenn du dich schnell mit den neuen Umständen vertraut machst, wird es dir leichter fallen besser zu spielen. Es bringt dir herzlich wenig, wenn du viele leichte Fehler machst, aber überhaupt keine Ahnung hast was die Ursache für diese Fehler ist. Viele Vereinsspieler treffen zu Beginn der Sandplatzsaison kaum einen Ball und können dies auch nicht korrigieren, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen. Dabei verstehen sie nicht, dass auf der roten Asche alles anders ist als noch in der miefigen Halle.

Hast du innerhalb kurzer Zeit möglichst viele Infos beisammen, kannst du dich deiner neuen Liebesbeziehung mit deiner vollen Aufmerksamkeit widmen.

Welche Infos benötigst du, um auf Sand schnell gut spielen zu können?

Verstehe, wie sich der Ball nach dem Absprung verhält. Dann weißt du, dass du dich mehr zum Ball hin bewegen musst. Rutsche nicht zu sehr auf dem Platz. Dies macht nicht nur den Platz kaputt, sondern auch deine Beinarbeit. Laufe so viele Bälle wie möglich aus und nutze das Rutschen nur, wenn du einen Stoppball erlaufen willst.

Dies ist die wichtigste Information: laufe die Bälle aus.

Beim Aufschlag hast du eine vollkommen neue Umgebung. Das Hallendach ist verschwunden und Flugzeuge behindern nun deine Quote beim ersten Aufschlag. Wirf den Ball erst ein paar Mal hoch, um ein Gefühl für den neuen Ausblick zu bekommen. Nimm den Schläger schnell in den Rücken und konzentriere dich nur darauf den Ball beim Aufschlag sauber zu treffen.

Deine komplette Aufschlagbewegung und das Tempo sind erst später an der Reihe. Ähnlich wie beim Start von der Grundlinie musst du dich auch beim Aufschlag zunächst an die neuen Umstände gewöhnen und das Timing finden. Dies wird dir zu Beginn nicht gelingen, wenn du dich an die Grundlinie stellst, die Filzkugel hochwirfst und direkt das Ass durch die Mitte spielen willst.

Dann wird es dir eher passieren, dass du den Ball nicht richtig triffst, du das Gefühl hast, dass dein Aufschlag nur 20 km/h schnell ist und die eigentlich noch ein Anfänger bist.

Mit solch einem Gefühl möchte man die neue Sandplatzsaison eigentlich begrüßen 😉 Folglich sollte dein Fokus auf den neuen Umstände liegen.

Sage dir:

Endlich wieder draußen. Ok, auf was muss ich achten? Der Platz ist langsamer, das Spiel ist anders. Der Ball wird anders fliegen. Ich muss also zunächst schauen, dass ich erstmal einen Rhythmus bekomme. Für meine Schläge, aber auch für meinen Kopf.

Dann wunderst du dich auch nicht, so wie ich früher, über den dumpfen Klang deiner Bespannung.

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