Die Dominic-Thiem-Methode


Ein faszinierendes Buch über Tennis, das Leben, die jüngere österreichische Tennisgeschichte – und über den Menschen Günter Bresnik. Für mich persönlich auch eine emotionale Reise in die Vergangenheit.

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Der Titel und die Bezeichnung „Sachbuch“ führen in die Irre. Das Buch ist viel mehr! Mehr als eine beeindruckende Beschreibung, wie Dominic Thiem zum Weltklassespieler werden konnte. Mehr als ein Ratgeber für besseres Tennis.

Prinzipien, Werte, Grundsätze. Hier erkennen wir Günter Bresnik, wie er sich in der Öffentlichkeit präsentiert – analytisch, konsequent. Bresnik hat seine Meinung und nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Er gilt als kompromisslos und hart. Im Buch zeigt er uns aber auch eine ganz andere Seite, die Außenstehende nicht kennen – und auch nicht erwarten!

Berührend und offen spricht Bresnik über den Respekt gegenüber seinem Vater, die Liebe zu seinen Eltern und die Wertschätzung für seinen Lehrmeister „Herrn Gressl“, den Tennislehrer in Badeschlapfen. Er erzählt uns, wie und warum er durch John McEnroe vom Tennis-Virus infiziert und später Tennistrainer wurde – nicht Arzt wie sein Vater.

Bresnik beschreibt sein besonderes Verhältnis zu Horst Skoff. „Ich liebte ihn wie einen kleinen Bruder“, sagt Bresnik und fragt sich heute noch, ob er den Abstieg und den tragischen Tod von Skoff verhindern hätte können. Bresnik ist für „Skoffie“ weit mehr als ein Tennistrainer. Skoff ist für Bresnik der Auslöser, sein Hobby zum Beruf zu machen und die Eintrittskarte ins Profi-Tennis.

Nach den Lehrjahren mit Skoff betreut Bresnik gleich mehrere Spieler gleichzeitig – Patrick Baur, Amos Mansdorf, Jakob Hlasek und Patrick McEnroe. Eine neue Erfahrung. Vier verschiedene Spieler – viermal coachen, viermal lernen. Und Bresnik lernt bei jedem Match von jedem seiner Spieler dazu. Die Arbeit mit Boris Becker eröffnet eine neue Dimension und ist schließlich das Gesellenstück.

Nun ist es Zeit für Bresniks Meisterstück. Nach seinen Erfahrungen mit arrivierten Spielern sieht sich Bresnik bereit, „einen Spieler aus dem Nichts in die Top 10 zu führen.“ Der erste ist Stefan Koubek. Fazit: Drei ATP-Titel und die Nummer der 20 der Welt. Koubek hätte sicher mehr erreichen können, wäre er nicht erst mit 18 Jahren zu Bresnik gekommen.

Dominic Thiem hingegen hat Bresnik schon im Kindesalter unter seinen Fittichen. Doch der erste Meisterschüler von Bresnik ist nicht Dominic, sondern Wolfgang Thiem, sein Vater! Ihn bildet Bresnik zum Spitzentrainer aus. Und so lernt Bresnik den kleinen Dominic erst kennen. Es folgt eine Geschichte über unkonventionelle Trainingsmethoden und über einen Weg, reich an Entbehrungen und Rückschlägen, aber ebenso an Erfolgen. Ein Weg, der 2016 für den inzwischen 22-Jährigen mit dem Semifinale in Paris und Rang 7 in der Weltrangliste vorerst einen Höhepunkt erreicht hat!

Günter Bresnik: „Die Arbeit mit Dominic ist mein Meisterstück. Und wir sind noch nicht fertig.“

Herzliche Grüße aus Wien!

P.S. Ende des Jahres qualifiziert sich Thiem als der mit Abstand jüngste Teilnehmer für das ATP-Tour-Finale der besten Acht in London.

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