Nachts um 3 Uhr: Die Faszination von Roger Federer

federer-australian-open-2014Der Wecker klingelt. Der Blick auf die Uhr verrät: 2.47 Uhr. Man weiß: Um 1.00 Uhr startete das Damenmatch von Victoria Azarenka. Erste Runde. Dauert nicht länger als zwei Stunden. Es muss also gleich soweit sein. Roger Federer startet in die Australian Open 2014. Der Gedanke daran lässt Arme, Beine und den Rest des Körpers aus dem Bett emporsteigen. Wie in Trance. Während der erste Kaffee durchläuft möchte man sich im Grunde genommen wieder schlafen legen. Die Augen wollen nicht so recht offen bleiben. Leichte Benommenheit dominiert den körperlichen und mentalen Zustand.

Doch dann betritt ein Schweizer mit Wilsontasche und Stirnband unter tosendem Applaus einen der schönsten Tennisplätze der Welt. Und urplötzlich ist man hellwach. Fokussiert wie Federer selbst (mindestens). Gespannt. Im Tunnel. Noch bevor der erste Kaffee fertig ist …

Während der Einschlagphase geht man im Kopf seine Erwartungen und Hoffnungen durch:

  • Wird Federer Probleme bekommen in der ersten Runde?
  • Ist er genau so nervös wie man selbst?
  • Kann er seine unforced errors niedrig halten?
  • Spielt er endlich mal einen aggressiven Rückhandreturn?
  • Macht sich der Einfluss von Stefan Edberg bemerkbar?

In den ersten Aufschlagspielen ist ohne Zweifel Nervorsität festzustellen. Vor dem TV. Und auf dem Platz. Der junge Australier James Duckworth (der 21-jährige gewann das australisch-interne Wildcard Turnier im Vorlauf zu den Austtralian Open) geht auf jeden Ball drauf. Man könnte ihm problemlos auch einen Baseballschläger in die Hand drücken. Eine Vorhand schlägt in Federers Rückhandecke genau auf der Linie ein.


Die nächste Vorhand von Duckworth fliegt aus dem Stadion direkt Richtung Melbourne Innenstadt.

Kaum Rhytmus für einen nervösen Roger Federer

Die Taktik des australischen Lokalmatadoren ist klar und nicht neu: Roger auf der Rückhand anspielen, jeden Ball versuchen als Winner zu schlagen. Duckworth macht das zu Beginn gut. Er schlägt gut auf. Schlägt einige Vorhandwinner. Federer bekommt keinen Rhytmus. Keine Sicherheit.

Viele Fehler bestimmen zu Beginn der Australian Open 2014 das Spiel des Schweizers. Vor allem auf der Rückhand. Auch der Aufschlag wackelt am Anfang.

Doch mit jedem Ballwechsel, mit jedem Schlag scheint sich Federer bei über 40 Grad in der Rod Laver Arena wohler zu fühlen. Ein erstes „Come on“ nach dem ersten gelungenen Netzangriff. Das Vertrauen in die eigenen Schläge, in die eigenen Fähigkeiten steigt minütlich. Und dies geht auch am mutigen Herausforderer Duckworth nicht spurlos vorbei.

Das erste Break führt in die Erfolgsspur

Mit dem ersten Break zum 3:2 rückt Roger Federer die Verhältnisse zurecht. Nun stimmen die ersten Aufschläge. Es folgen die ersten wirklich gut herausgespielten Punkte. Und auch mental ist schnell klar: James Duckworth wird hier heute nicht gewinnen. Auch keinen Satz.

Ab sofort kann man ganz entspannt, bei einem Kaffee, das Match des Schweizer Ausnahmespielers verfolgen. Und einiges feststellen:

  • Federer returniert teilweise von sehr weit hinter der Grundlinie
  • Allgemein versucht er offensiver zu returnieren
  • Er schlägt die Vorhand mit wesentlich mehr Spin und Sicherheit
  • Rahmenbälle sind fast nicht mehr zu sehen
  • Häufig führt ihn sein Weg erfolgreich ans Netz

Beim Spielstand von 6:4 6:4 und 5:2 serviert Roger Federer zum verdienten Matchgewinn. Er tut dies in souveräner Manier. Die Faust in Richtung seiner Box geballt, in welcher Stefan Edberg für Lockerheit sorgt, beendet eine gelungene erste Runde und macht Lust auf mehr.

Nun, beim zweiten Kaffee, lässt sich ein Match mit tollen Ballwechseln zwischen Andreas Seppi und Lleyton Hewitt genießen.

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