Folge 1: Australian Open und die Hartplatz-Turniere im Frühjahr

Nach dem ersten vollen und so erfolgreichen Jahr auf der ATP-Tour ist Dominic Thiem besonders gefordert. Ich habe mir die Ergebnisse noch einmal im Detail angesehen und pro Saisonabschnitt eine Prognose gewagt. 2015 wird die Saison der Wahrheit für Dominic – und für mich!

„Sein Ziel, bei den Australian Open gesetzt zu sein, hat Thiem leider knapp verfehlt. Jetzt muss er auf eine gute Auslosung hoffen! Das Grand-Slam-Turnier in Melbourne sollte nur einer der Höhepunkte auf Hartplatz im Frühjahr sein. Alleine schon, dass Dominic heuer keine Qualifikationen mehr spielen muss, ist ein Riesenvorteil. Mit der einen oder anderen Runde mehr im Hauptbewerb könnte er sich eine gute Ausgangsposition für die Sandplatz-Saison in Europa schaffen.“

Nüchtern betrachtet waren die Höhepunkte rar, konnte die gute Ausgangsposition für die Sandplatz-Saison nicht erreicht werden. Zu guter Letzt gab es mit Miami dann doch noch ein Highlight. Und Miami bringt auch eine Wende! Es geht in der Weltrangliste nun wieder nach oben. Gleichzeitig steigt Dominics Zuversicht für die Turniere in Europa.

Dass Dominic keine Qualifikationen mehr spielen musste, erwies sich noch nicht als Vorteil – und schon gar nicht als „Riesenvorteil“. Er hätte die Punkte und vor allem Spiele gut brauchen können. Auf die Saison hin gesehen sollte jedoch ein direkter Start, noch besser eine Setzung in den Hauptbewerben Vorteile bringen – bei den Punkten und auch körperlich.

Aber beginnen wir am Anfang – und der Reihe nach!

„Da Dominic Thiem zur Grundausbildung beim österreichischen Bundesheer einrücken muss, wird die Vorbereitung auf die Saison 2015 von der Zeitplanung nicht einfach sein.“

Doch das war nicht das Problem! Es war die Gesundheit, die Dominik zu schaffen machte und einen gezielten Aufbau für 2015 verhinderte. Krank während der Vorbereitung auf Teneriffa. Krank während des Heimaturlaubs zwischen Weihnachten und Neujahr. Absage von Doha. Geschwächt nach Auckland. Keine Matchpraxis vor Melbourne. So hätte sich wohl niemand den Start in die neue Saison vorgestellt. Einfach zum Vergessen! Oder, um mit Murphy zu sprechen:

„Anything that can go wrong, will go wrong.“

Doha

Erfolgreicher Auftakt in der Wüste von Katar! Schön wär’s gewesen. Ein grippaler Infekt macht Dominic einen Strich durch die ATP-Punkte-Rechnung. Thiem muss Doha absagen. So geht es vom Winter in Wien direkt in den Sommer der südlichen Hemisphäre!

Auckland

Zum Aufwärmen für Melbourne spielt Dominic in Auckland. Doch die kalte Dusche kommt gleich zu Beginn gegen Struff – seinen Doppelpartner! Nach der Vorgeschichte ist verständlich, warum es bei Dominic noch nicht rund läuft. Aber dafür gibt es keine ATP-Punkte!

Australian Open

Nicht gesetzt – und gleich verloren! Thiem wird gegen den auf 13 gesetzten Bautista Agut gelost. Die 13 erweist sich nicht als Glückszahl für Dominic. Er verliert auch zum Auftakt der Australian Open. Melbourne war also nicht der erhoffte Höhepunkt. Im Gegenteil: Thiem ist „down under!“

Zwischenstopp in Wien

Thiem kehrt ohne Siege im Gepäck nach Hause zurück. Der Saisonauftakt ist verkorkst. Dominic verliert die Punkte von Doha und Melbourne aus dem Vorjahr und fällt auf Rang 45 zurück. Adieu, Setzung in Paris? Spielerisch zeigte die Kurve in Melbourne bereits nach oben. Jetzt heißt es für Thiem die Reset-Taste drücken und die Saisonvorbereitung nachholen. Mit der Fitness werden die Ergebnisse kommen, mit den Ergebnissen die Punkte!

Rotterdam

Starkes Feld! Schwere Auslosung? Es ist die Nummer 6 – sein Freund und Trainingspartner Ernests Gulbis! Mit einer taktisch und spielerisch reifen Leistung gewinnt Dominic sein erstes Match in diesem Jahr. Die Durststrecke ist vorbei! Doch schon im Achtelfinale scheitert Dominic klar am druckvollen Serve-and-Volley-Spiel von Stakhovsky. Schwamm drüber, Ruhe bewahren und weiter hart trainieren!

Marseille

Nach einem hart erkämpften Sieg gegen den Portugiesen Sousa heißt der Gegner von Dominic wieder einmal David Goffin. Der als „Angstgegner“ Apostrophierte muss allerdings nach zwei Breaks im ersten Satz verletzt aufgeben. Dominic ist im Viertelfinale. Gegen Bautista Agut ist aber, wie bei den Australian Open, Endstation. Trotzdem! Ein erster Schritt ist gemacht. Es geht wieder aufwärts in der Rangliste – und wenn es nur ein Platz ist!

Dubai

„Und täglich grüßt das Murmeltier“ – gleich wieder Bautista Agut! Die sofortige Chance zur Revanche! Wunschdenken! In nicht einmal einer Stunde waren Spiel und Turnier vorbei! Pause. Thiem tritt nicht im Davis Cup gegen Schweden an. Er nützt die Woche, um sich intensiv auf die Turniere in Nordamerika vorzubereiten.

Indian Wells

Die Pause trägt keine Früchte. Dominic verliert gegen Duckworth, einen Qualifikanten. Damit verliert er Punkte und Plätze in der Weltrangliste. Nach Indian Wells droht Platz 53. Von einer Setzung in Paris ist nun keine Rede mehr. Es wackelt sogar der Hauptbewerb in Madrid. Jetzt hilft nur mehr Plan B!

Irving

Auch Plan B hilft nicht wirklich. Der Abstecher auf die Challenger-Tour während der zweiten Indian-Wells-Woche bringt einen Sieg gegen Sela und eine Niederlage gegen Bedene. Zu wenig, um den Verlust der Punkte von Indian Wells wettzumachen.

Miami

Der Bann ist gebrochen! Beim letzten Turnier auf Hartplatz im Frühjahr macht Thiem erstmals mehr Punkte als im Vorjahr – deutlich mehr sogar. Durch Siege über Schwartzman, Lopez, Sock und Mannarino kommt Dominic zum ersten Mal unter die letzten Acht bei einem Masters-1000-Turnier. Und selbst im Viertelfinal-Match gegen Murray schien zwei Sätze lang eine Sensation möglich. Miami bringt Punkte, Matches, Selbstvertrauen – „Balsam für die Seele“, wie Dominic nach seinem Erfolg gegen Lopez meinte.

Die Rangliste

Durch die Ranglisten-Arithmetik kommt Dominic, ohne zu spielen, auf Rang 37 vor. Nach Melbourne weist ihn der Computer auf 45 aus – nach Rotterdam auf 48. Mit dem Viertelfinale in Marseille geht es einen Rang nach oben und trotz der Erstrunden-Niederlage in Dubai einen weiteren auf Platz 46. Doch immer hilft die Arithmetik nicht. Und auch nicht Plan B! Nach der raschen Niederlage in Indian Wells schiebt Dominic das Challenger in Irving ein. Unterm Strich fällt er nach beiden Turnieren auf Platz 52 zurück. In Miami findet der erste Saisonabschnitt mit Rang 43 für Dominic ein versöhnliches Ende.

Vorschau

„Es sind viele Punkte zu verteidigen, aber noch mehr zu gewinnen! Eine Vorhersage, welchen Rang Dominic Thiem zum Ende des Tennisjahres 2015 einnehmen wird, ist „Kaffeesud-Lesen“. Ich probiere es aber trotzdem! Die Top 20 könnten möglich sein – vielleicht sogar mehr! Das Wichtigste ist jedoch, dass Dominic gesund bleibt!“

Bis Miami war es genau umgekehrt. Es wurden mehr Punkte verloren als gewonnen. Die Top 20 zu Saisonende sind noch in weiter Ferne! Dass die Gesundheit noch vor Beginn der Saison ein Thema sein wird, damit war nicht zu rechnen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Das hat erfreulicherweise Miami gezeigt!

2015 wird die Saison der Wahrheit. Und die Wahrheit ist: Auf der Tour wird einem nichts geschenkt! Auf Platz 32 und eine sichere Setzung bei einem Grand-Slam-Turnier fehlen 200 Punkte, auf Platz 20 sind es 690.

Mit Spannung freuen wir uns auf die Sandplatz-Saison!

Herzliche Grüße aus Wien!

Trete jetzt unserer Community von über 2.480 Spielern bei, die bereits Erfolg mit unseren Strategien und Inspirationen haben:

Erhalte kostenlose Mental-Tipps und Kurse direkt in dein e-Mail-Postfach.

Kostenlos für dich. Du kannst dich jederzeit wieder abmelden.

Noch keine Kommentare vorhanden.

Was denkst du?