2015 wird das Jahr der Überraschungen – Folge 2: French Open

Kühne Voraussage, falsche Hoffnung?

Nach dem Sieg von Marin Cilic bei den US Open 2014 lehnte ich mich aus dem Fenster:

“Die “Big Four”, die sich die Grand-Slam-Titel untereinander ausmachen, gibt es ohnehin seit heuer nicht mehr! Warum? Nadal ist immer häufiger verletzt und nicht mehr unantastbar, Djokovic nicht mehr so konstant und hat ebenso seine Wehwehchen, Federer, obwohl gut wie schon lange nicht, wird nicht jünger und Murray kämpft seit seiner Verletzung um den Anschluss an die absolute Spitze.

Wawrinka, Cilic und Nishikori haben gezeigt, wie’s geht. Nächstes Jahr können die Top 12 um die großen Titel spielen. Vielleicht wird es die eine oder andere Überraschung geben? Wir können uns freuen! 2015 wird spannend werden!”

Genauso spannend wie das Überprüfen meiner Prognose…

Die „Big Four“

Djokovic schlägt Nadal, doch Wawrinka gewinnt die French Open! Der „Djoker“ muss ein weiteres Jahr auf seinen ersten French-Open-Sieg und den Karriere-Grand-Slam warten!

Federer muss auf Wimbledon hoffen. Die French Open sind für ihn seit dem Viertelfinale gegen Wawrinka Geschichte!

Murray und Sand? Eine neue Liebe! Seit seiner Hochzeit ist er auch auf Sand im Hoch. Doch die Siegesserie reißt beim 16. Spiel im Semifinale von Paris! Murray verliert nach dramatischem Spiel im fünften Satz deutlich gegen Djokovic.

P.S. Amélie Mauresmo, seine französische Trainerin, kann sich nun in Ruhe auf die Geburt ihres Kindes vorbereiten.

Nadals Traum von „La Decima“ ist ausgeträumt. Der „Djoker“ weckt ihn unsanft! Wie Federer muss Nadal im Viertelfinale die Heimreise antreten. In der Rangliste fällt Nadal auf Platz 10 zurück.

Am Radar

Wawrinka und Cilic als Gewinner und Nishikori als Finalist sind 2014 bei den Grand-Slam-Turnieren in die Phalanx der „Big Four“ eingebrochen. Sie stehen daher 2015 unter besonderer Beobachtung. Nishikori hat inzwischen seine beiden Kontrahenten in der Rangliste überholt. Er liegt auf Platz fünf hinter den „Big Four“. Aber wie ging es den Dreien in Paris?

Als Erster des Trios verabschiedet sich Cilic. Nicht unerwartet! Es fehlen ihm Spielpraxis und Erfolge. Ferrer gewinnt im Achtelfinale glatt in drei Sätzen. Wawrinka übertrifft alle Erwartungen – Nishikori kann sie nicht erfüllen! Nishikori unterliegt Tsonga im Viertelfinale in fünf Sätzen. Wawrinka erreicht, wie bei den Australian Open, das Semifinale. Federer hat keine Chance gegen seinen Landsmann. Und Wawrinka marschiert weiter! Nach seinem Sieg gegen Tsonga steht er im Finale. Nach einem mitreißenden Spiel muss Djokovic Wawrinka zum Sieg gratulieren. Wawrinka tritt endgültig aus dem Schatten von Federer! Wawrinka ist der neue „König von Paris“!

Auf der Warteliste

Meine beiden Kandidaten auf der „Warteliste“ sind out! Raonic, schon vor Beginn des Turniers, wegen einer Fußoperation. Dimitrov verliert gleich zum Auftakt gegen Sock – eine Überraschung und eine Enttäuschung zugleich!

Außergewöhnlich

Die absolute Nummer eins der Welt gegen den Rekord- und Seriensieger von Paris! Noch dazu schon im Viertelfinale. Jedes Ergebnis schien möglich. Es wäre keine Überraschung oder Sensation gewesen. Doch das Spiel selbst war nicht sensationell. Nur das Ergebnis war überraschend – überraschend klar. In einer einseitigen Partie wird Djokovic seiner Favoritenrolle gerecht. Er macht Nadal kein Geschenk zum 29. Geburtstag!

Die Sensationen

Tsonga setzt seinen Erfolgslauf fort. Mit seinem Fünfsatz-Sieg gegen Nishikori bleibt der Franzose die Überraschung des Turniers! Nun hat er nach der Nummer vier auch die Nummer fünf nach Hause geschickt! Chapeau, Monsieur Tsonga!

Wawrinka besiegt Federer, Tsonga und Djokovic – die absolute Sensation!

Die Überraschungen

Sock wirft Dimitrov in Runde 1 aus dem Bewerb – noch dazu in drei Sätzen! Seine Siege gegen Carreno Busta und Coric sind zumindest bemerkenswert – vor allem auf Sand! Gegen Nadal macht Sock seinem Spitznamen „Showtime“ speziell im dritten Satz alle Ehre. Die restlichen drei Sätze ist er chancenlos. Mit seinem Spiel und dem Erreichen des Achtelfinales kann Sock aber mehr als zufrieden sein!

Überraschend ist das frühe Ausscheiden von Berdych. Die aktuelle Nummer vier verliert im Achtelfinale gegen Tsonga. Tsonga war lange verletzt und hat heuer noch wenig gespielt und gewonnen. Ein schöner Erfolg für den Franzosen! Apropos Franzosen! Fünf waren im Achtelfinale. Unter die letzten Acht schafft es nur Tsonga! Mehr noch, er kommt ins Semifinale!

Im Schweizer Duell bezwingt „Stan the Man“ den „Maestro“ deutlich. Vom direkten Vergleich und vom klaren Spielverlauf her eine Überraschung, aber keine Sensation!

Neue Hoffnungsträger

Australiens Aufsteiger Kyrgios und Kokkinakis verlieren gegen Murray und Djokovic in Runde 3 in drei Sätzen. Coric, Kroatiens große Hoffnung, muss die Überlegenheit von Sock anerkennen. Er verliert ebenso glatt wie die beiden Australier. Sock erreicht die zweite Woche und liefert auch gegen Nadal eine Talentprobe ab.

Resümee

Die Stabilität der Tennis-Hierarchie bei den Herren ist erstaunlich. Fast ein Spiegelbild zu den Australian Open. Auch In Paris fehlt nur einer der acht Top-Gesetzten im Viertelfinale. Es ist die Nummer 4, Berdych, dessen Platz Tsonga einnimmt. Und erneut sind Djokovic, Murray und Wawrinka unter den letzten Vier.

Einen entscheidenden Unterschied gibt es allerdings! Durch den Rückfall von Nadal in der Weltrangliste gerät die Setzliste aus der Balance. Mit Djokovic, Murray, Nadal finden sich gleich drei der „Großen Vier“ in der oberen Hälfte des Rasters, in der unteren ist Federer solo. Federer kann den Vorteil nicht nützen. Er verliert im Viertelfinale gegen seinen Freund Wawrinka. Wawrinka besiegt anschließend Überraschungsmann Tsonga und zieht ins Finale ein.

In der oberen Hälfte kommt es frühzeitig zum Schlager Djokovic gegen Nadal! Djokovic und Murray treffen schon im Semifinale aufeinander! So kann nur Einer der „Big Four“ im Finale vertreten sein. Es ist Djokovic! Aber den Titel holt Wawrinka!

Wawrinka ist die neue Nummer vier hinter Djokovic, Federer und Murray.

1:1 – Ausgleich im Match „Big Four“ gegen den „Rest der Welt“!

Bravo Stan Wawrinka!

Herzliche Grüße aus Wien!

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