Episode #8: Sieben - Roger Federer vs. Tennys Sandgren

Wie bereits in der Episode zu Beginn dieses Jahres angesprochen werden im 'Tennis mit Köpfchen'- Podcast epische Matches aus der analytischen Sicht betrachtet.

Den Auftakt macht das Match zwischen Roger Federer und Tennys Sandgren bei den Australian Open 2020. Es war nicht nur aufgrund der abgewehrten Matchbälle interessant, sondern auch aufgrund der Geschichte des Matches und dem gesamten Verlauf.

Diese Episode beschäftigt sich mit dem Hintergrund und der Dramatik, die dieses Spiel zu einem eventuellen Klassiker macht.

Drück auf 'Play' und höre dir die Episode in Ruhe an:

Einige Elemente aus dieser Episode:

  • Warum es für Sandgren im Grunde nicht mehr möglich war den fünften Satz zu gewinnen
  • Die Geschichte von Tennys Sandgren und den Australian Open
  • Die tragische Dynamik dieses Matches
  • Im Kopf von Tennys und Roger zu Beginn des fünften Satzes

Diese Episode als MP-3 downloaden.

Gibt es ein Match, welches dir nicht mehr aus dem Kopf geht? Hinterlasse deinen Kommentar ein Stück weiter unten mit deinem 'Match-Vorschlag'.

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6 Kommentare

  • Federer-Djokovic Wimbledon 2019, Roger’s Gedanken bei den Matchbällen. Ich fand damals, man hat die „Angst“, das Match zuzumachen, fast am Bildschirm spüren können - und so zaudernd hat er ja zumindest einen der Matchbälle gespielt, den haut er normalerweise jedem um die Ohren. Aber nur rüber und hoffen, daß Novak den Fehler macht. Hat er aber nicht, leider. Völlig untypisch für ihn, typisch für unsereins. Wie kann man das als popeliger Medenspieler besser handeln?
  • Hallo Jo
    Ich hatte die Gelegenheit mit Roger Federer zu sprechen und ich habe ihm gesagt, dass man manchmal bei den Profis auch sehe, dass bei einem Matchball auf Ballverwalten gespielt wird. Er hat mir dies bestätigt, denn auch die Profis wollen bei einem Matchball keinen unforced error machen. Die Profis spielen zwar auf einem ganz anderen Niveau als wir, aber die Problemstellungen sind die gleichen. Bei einem eigenen Matchball kann man davon ausgehen, dass der Gegner nicht das ultimativ hohe Risiko für einen Angriffsball eingehen wird. Somit ist die Ballverwalten-Strategie gar nicht so schlecht, aber die Länge in den Bällen, nicht zu hoch über das Netz und einigermassen genug Ballgeschwindigkeit muss dann natürlich schon stimmen. Gerät dann der Ball eines Gegner zu kurz, zu hoch über das Netz oder zu langsam, so ergibt sich für den anderen Spieler ein gutes Chance/Risiko-Verhältnis zum Angriff. Genau auf eine solche Chance wartet man beim Ballverwalten. Natürlich kann diese Strategie bei jedem Punkt in einem Match angewendet werden.
    Nun zu den Matchbällen von Roger in Wimbledon: Beim 1. Matchball musste er über den zweiten Aufschlag gehen. Der Return von Novak wurde Roger in die Füsse gespielt und er stand dann in der Folge nicht optimal zum Ball. Der Punkt ging aus meiner Sicht dennoch zu billig an Novak weg. Beim zweiten Matchball war der erste Aufschlag durch die Mitte im Feld, wenn auch nicht all zu präzise. Novak hat den Ball geblockt, aber sein Return geriet etwas zu hoch und zu kurz. Das war dann genau die Angriffsmöglichkeit, um mit einem guten Chancen/Risiko-Verhältnis angreifen zu können. Diesen Ball anzugreifen war somit ein absolutes Muss. Das hat Federer dann auch getan, wobei sich eben die Frage stellt, ob mit vollem Risiko oder mit dosiertem Risiko angegriffen werden soll. Er hat sich für die zweite Variante entschieden, was irgendwie auch nachvollziehbar ist. Der Ball war dann in der Folge zu kurz, zu wenig präzise an die Aussenlinie und auch mit zuwenig Geschwindigkeit gespielt. Das Resultat kennen wir, der Punkt ging dann leider an Novak. Mit diesem Punkt war aber erst 40:40 und somit wäre immer noch alle smöglich gewesen.
    Ein Patentrezept für das Gewinnen des nächsten Punktes gibt es bekanntlich nicht, andernfalls würde man es ja bei jedem Punkt anwenden.
  • Hallo Marc,

    danke für deinen Kommentar und deine schlüssigen Erklärungen. Ich wußte es nicht mehr genau, ich meinte dann den zweiten Matchball. Klar, es sind die gleichen Probleme, nur auf einem anderen Level. Wenn der Novak den Passierball ins Netz oder Aus schlägt, hat Roger alles richtig gemacht. Ich hatte damals nur das Gefühl, die Chance war prädestiniert für ihn, den spielt er in 9 von 10 Fällen tödlich. Entweder kommt der Gegner gar nicht mehr dran, oder nur so, daß er den Ball nur noch reindrücken muß. Dafür fand ich ihn extrem „zurückhaltend“ gespielt, deutlich unter seinen Möglichkeiten. Ich glaube schon, dieser Sieg hätte ihm extrem viel bedeutet, mehr als andere. Leider hat er das im entscheidenden Augenblick wohl nicht genug aus dem Kopf gekriegt.
  • Hallo Marco
    Ich schlage das Damenfinal Kenin gegen Muguruza vor. Da gab es ein sehr interessantes und wohl matchentscheidendes Game im dritten Satz. Bei den Damen schiessen sie sich ja nicht wirklich gegenseitig mit dem Aufschlag ab und die eher kleingewachsene Kenin ihre Gegnerinnen schon gar nicht. Ihren Aufschlag darf man auf der Frauentour getrost als unterdurchschnittlich bezeichnen.
    Der dritte Satz war bis zum 2:2 aufgeglichen und auch nicht wirklich spektakulär. Kenin hatte Aufschlag und geriet durch drei einfache Fehler mit 0:40 in Rückstand. Mir war schon vor dem ersten Punkt in diesem Game klar, dass dieses Game für den Match sehr wichtig werden könnte. Der 0:40 Rückstand schien meine Einschätzung zu bestätigen. Da Kenin mit ihrem Aufschlag nur sehr selten direkt punkten kann, glaubte ich nicht wirklich daran, dass sie das Break noch wird abwenden können. Schwacher Aufschlag und mit 0:40 nach drei leichten Fehlern im dritten Satz beim Stand von 2:2 hinten, das war keine gute Basis mehr, um das Game noch zu drehen. Umso erstaunlicher war es für mich, was dann von Kenin folgte. Sie spielte hoch konzentriert, sehr druckvoll und präzise, jedoch nicht mit der Brechstange, und konnte so die fünf folgenden Punkte gewinnen. Sie hat die Punkte aber nicht irgendwie gewonnen, nein, sie hat Muguruza Punkt um Punkt sowas von souverän ausgespielt, dass es eine wahre Freude war zuzusehen. In diesen Punkten hat sie die Spanierin regelrecht vorgeführt und sozusagen vom Platz geschossen. Wie hat sie das bloss geschafft?
    Für Muguruza waren diese fünf Punkte eine Ohrfeige und es muss sich für sie wohl auch so angefühlt haben. Dabei war das Halten des Aufschlags von Kenin für Muguruza wohl noch das geringste Übel, denn es war ja resultatmässig in diesem Satz noch alles in der Reihe. Die drei verpassten Breakchancen waren für Muguruza da schon schlimmer und ganz schlimm muss für sie gewesen sein, wie Kenin diese Breakchancen abgewehrt hat. Von diesem Moment an muss Muguruza gewusst haben, dass wenn Kenin nur annähernd so stark wie in diesen fünf Punkten wird weiterspielen können, sie selbst keine Chance auf den Titelgewinn mehr haben wird. Und so war es dann auch, Muguruza gewann kein Game mehr und verlor den dritten Satz mit 2:6.
  • Damenfinale AO ... Muruguza vs Kenin mit ihrer Doublette beim Matchball..
  • Da schlage ich doch gleich mal das Damenfinale Vor.. Muruguza vs Kenin mit Doppelfehler beim Matchball

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