2015 wird das Jahr der Überraschungen – Folge 5: Experten irren – die Grand-Slam-Turniere im Rückspiegel

Kühne Voraussage, falsche Hoffnung?

Nach dem Sieg von Marin Cilic bei den US Open 2014 lehnte ich mich aus dem Fenster:

“Die “Big Four”, die sich die Grand-Slam-Titel untereinander ausmachen, gibt es ohnehin seit heuer nicht mehr! Warum? Nadal ist immer häufiger verletzt und nicht mehr unantastbar, Djokovic nicht mehr so konstant und hat ebenso seine Wehwehchen, Federer, obwohl gut wie schon lange nicht, wird nicht jünger und Murray kämpft seit seiner Verletzung um den Anschluss an die absolute Spitze.

Wawrinka, Cilic und Nishikori haben gezeigt, wie’s geht. Nächstes Jahr können die Top 12 um die großen Titel spielen. Vielleicht wird es die eine oder andere Überraschung geben? Wir können uns freuen! 2015 wird spannend werden!”

Genauso spannend wie das Überprüfen meiner Prognose…

 

Ja, ich habe mich aus dem Fenster gelehnt und mich mit meiner Prognose ordentlich verkühlt! Alleine Djokovic strafte mich gleich viermal Lügen! Er war auf jedem Siegerfoto! Und was war darunter zu lesen? Das Titelbild gibt die Antwort! Experten irren!

Mit Djokovic an der Spitze, und Nadal als Ausnahme, waren die „Big Four“ stärker denn je! Djokovic verpasst nur knapp den Grand Slam. Federer erfindet sich und sein Spiel neu. Murray spielt eine hervorragende Saison. Nur Nadal fällt deutlich ab.

Die Zweifel in der Frage waren berechtigt! Die Voraussage war kühn, die Hoffnung falsch!

 

Djokovic war die Konstanz in Person und topfit! Bei Federer hieß es: Je älter, desto besser! Murray hatte sich in kürzester Zeit wieder in die Spitze gespielt und war gesundheitlich voll auf der Höhe. Einzig bei Nadal traf die Prognose voll zu. Körperlich und spielerisch nicht in Bestform war er sogar auf Sand angreifbar!

Wawrinka hat die Erwartungen erfüllt, vielleicht sogar übertroffen! Er hat sich in der Weltrangliste als vierte Kraft etabliert. Cilic behinderte eine Schulterverletzung. Er verpasste den Start in die Saison und kam danach nur langsam auf Touren. Bei den US Open war er fast schon wieder der Alte. Nishikori schien auf einem guten Weg. Ab Wimbledon hatte er aber mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Den Kreis der Titelkandidaten auf die Top 12 zu erweitern, erwies sich nur im Fall von Wawrinka richtig. Wawrinka besiegte Federer, Tsonga und Djokovic und gewann die French Open – die absolute Sensation! Wawrinka ist der neue „König von Paris“!

Berdych zeigte in Melbourne seine Klasse. Die Australian Open sollten jedoch der Höhepunkt bleiben. Raonic begann die Saison erwartungsgemäß stark. Eine Fußoperation warf ihn aber aus der Erfolgsspur. Auf Paris musste er überhaupt verzichten. Dimitrov startete vielversprechend. Er enttäuschte jedoch den Rest des Jahres. Dimitrov wird wahrscheinlich in dem gleichen Maß überschätzt, wie Ferrer immer unterschätzt wurde. Der spielte gut. Gut wie immer! Am Ellbogen verletzt, konnte Ferrer in Wimbledon nicht antreten und musste bis zu den US Open pausieren.

Für die Überraschungen sorgten zwei Spieler außerhalb der Top 10! Tsonga in Paris und Gasquet in Wimbledon erreichten das Semifinale. Bei den US Open kommen beide ins Viertelfinale. Ein Lebenszeichen der Grande Nation. Vive la France!

Kyrgios machte nicht nur mit seinem Tennis auf sich aufmerksam… Die anderen jungen Hoffnungsträger erreichten Achtungserfolge, sind aber noch zu unerfahren.

 

Meine „Grand-Slam-Rangliste“

Djokovic (1) liegt mit drei Siegen und einem Finale überlegen an der Spitze. Ein Sieg und zweimal Halbfinale bringen Wawrinka (4) an die zweite Stelle. Federer (2) glänzte bei den letzten zwei Turnieren mit zwei Finalplätzen und ist damit Dritter. Murray (3) fällt mit einem Finale und zwei Halbfinal-Teilnahmen auf Platz vier zurück. Dahinter folgen Berdych, Cilic, Gasquet und Tsonga  mit je einem Halbfinale ex aequo auf Rang fünf.

 

Resümee

Djokovic ist und bleibt überragend, Federer ist bewundernswert, Wawrinka ist in den Kreis der „Big Four“ aufgestiegen und Nadal war der große Verlierer! Die „Big Four“ verteidigten auch ohne Nadal eindrucksvoll ihre Vormachtstellung! Fazit: Angekündigte Revolutionen finden nicht statt!

Herzliche Grüße aus Wien!

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