2015 wird das Jahr der Überraschungen – Folge 1: Australian Open

Kühne Voraussage, falsche Hoffnung?

Nach dem Sieg von Marin Cilic bei den US Open 2014 lehnte ich mich aus dem Fenster:

“Die “Big Four”, die sich die Grand-Slam-Titel untereinander ausmachen, gibt es ohnehin seit heuer nicht mehr! Warum? Nadal ist immer häufiger verletzt und nicht mehr unantastbar, Djokovic nicht mehr so konstant und hat ebenso seine Wehwehchen, Federer, obwohl gut wie schon lange nicht, wird nicht jünger und Murray kämpft seit seiner Verletzung um den Anschluss an die absolute Spitze.

Wawrinka, Cilic und Nishikori haben gezeigt, wie’s geht. Nächstes Jahr können die Top 12 um die großen Titel spielen. Vielleicht wird es die eine oder andere Überraschung geben? Wir können uns freuen! 2015 wird spannend werden!”

Genauso spannend wie das Überprüfen meiner Prognose…

Die „Big Four“

Djokovic Down Under ganz oben! Er gewinnt die Australian Open zum fünften Mal und baut seine Position als Nummer 1 der Welt aus!

Federer raus in Runde 3! Ausgerechnet der „Maestro“, für viele der sentimentale Favorit der Grand-Slam-Turniere der letzten Jahre, musste schon in der ersten Woche gegen Seppi die Segel streichen.

Nadal noch nicht fit! Er verliert im Viertelfinale glatt in drei Sätzen gegen Berdych. Damit war auch der zweite der „Big Four“ vorzeitig aus dem Rennen.

Murray ist zurück! Im Herbst des Vorjahres fiel der Schotte kurzfristig sogar aus den Top 10. Heuer war er bis zum Finale ungeschlagen und ist nach den Australian Open die Nummer 4.

Am Radar

Wawrinka, Nishikori und Cilic (Reihenfolge nach ihrer ATP-Platzierung) hatten sich 2014 bei den Grand-Slam-Turnieren in den Vordergrund gespielt. Beim ATP-Finale in London konnten jedoch nur noch Wawrinka und Nishikori überzeugen. Daher standen die beiden in Melbourne unter besonderer Beobachtung. Umso mehr, weil Cilic wegen einer Schulterverletzung gleich gar nicht in Australien antreten konnte.

Wawrinka und Nishikori erfüllten die hohen Erwartungen. Sie stießen beide ins Viertelfinale vor. Im direkten Duell musste es jedoch einen Verlierer geben. Es war Nishikori, der in drei Sätzen den Kürzeren zog. Wawrinka blieb weiter auf Kurs Titelverteidigung. Er unterstrich mit seinem Einzug ins Semifinale seinen Anspruch, zu den „Big Four“ gezählt zu werden. Aber in Djokovic fand Wawrinka seinen Meister. Die Nummer 1 war dieses Mal zu stark für den Titelverteidiger, der im fünften Satz mit 0:6 keine Chance hatte.

Auf der Warteliste

Raonic hat mit dem Vorstoß unter die letzten Acht seine Setzung exakt bestätigt. Bei Djokovic war dann aber Endstation. Dimitrov zeigte einmal mehr sein außergewöhnliches spielerisches Potenzial. Doch ein starker Murray bremste Dimitrov in Runde 4 aus.

Die Sensation

Der Sieg von Seppi gegen Federer war für sich gesehen eine Sensation. Im Hinblick auf den Turnierverlauf jedoch nicht! Fiel doch der Sieg des Südtirolers noch in die erste Turnierwoche. Und Seppi konnte den Erfolg auch nicht bestätigen. Gleich bei seinem nächsten Antreten schied er nach dramatischem Spielverlauf gegen Kyrgios in Runde 4 aus.

Die Überraschungen

Kyrgios schaltete Feder-Bezwinger Seppi in fünf Sätzen aus. Doch Kyrgios‘ Bäume wuchsen nicht in den Himmel. Murray stoppte den Aufsteiger aus Australien im Viertelfinale in drei Sätzen.

Berdych lieferte eine große Überraschung mit seinem klaren Sieg gegen Nadal. Für mich eine Überraschung, aber keine Sensation! Eine Sensation wäre es gewesen, hätte Berdych auch Murray ausschalten können. Aber der Gewinn des ersten Satzes genügte Berdych nicht. Murray gewann die nächsten drei Sätze und zog ins Finale ein.

Neue Hoffnungsträger

Hier muss Kyrgios nochmals genannt werden. Der 19-Jährige (!) bestätigte seinen vorjährigen Erfolg von Wimbledon. Er erreichte zum zweiten Mal ein Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier und findet sich nun auf Platz 35 der Weltrangliste wieder.

Ansonsten ist die Saison noch zu jung, um weitere Namen zu nennen. Nach Paris werden wir vielleicht mehr wissen!

Resümee

Also alles beim Alten? Ja! Djokovic bestätigte die Nummer 1. Murray ist zurück und auch in der Weltrangliste wieder unter den „Big Four“. Wawrinka, der Titelverteidiger, spielte in Melbourne neuerlich stark. Berdych auch, aber zu einem Grand-Slam-Titel reichte es wieder nicht.

Aber der Reihe nach!

Der Raster der letzten Acht bestätigte die Setzliste. Nur Kyrgios konnte in die Phalanx der Gesetzten eindringen. Er nahm den Platz von Federer (2) ein. Im Viertelfinale lief dann alles nach Plan. Mit Ausnahme von Nadal (3) gewannen immer die höher Gesetzten. Ab dem Semifinale gab es keine Überraschungen mehr. Es kamen zwar nur zwei der „Big Four“ ins Semifinale – Djokovic und Murray. Aber im Finale machten sie den Sieg untereinander aus. Djokovic gewann und holte sich zum fünften Mal den Titel bei den Australian Open.

Als Tupfen auf dem I: Die „Big Four“ liegen wieder geschlossen auf den Plätzen 1 – 4 der Weltrangliste!

1:0 für die „Big Four“ – Respekt!

Herzliche Grüße aus Wien!

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