Wie du clever und humorvoll unfairen Gegnern den Sieg von der Bespannung klaust

Patrick war der klar bessere Spieler. Ohne Frage.

Er wusste es. Die Zuschauer wussten es. Seine Mannschaftskollegen wussten es.

Und: Sein Gegner wusste es auch.

Genau deswegen ließ er sich etwas einfallen. Etwas, dass nichts mit einer Umstellung der Taktik zu tun hatte.

Patrick`s Gegner griff in eine ganz andere Trickkiste. Er fing an Patrick zu bescheißen. Er begann Bälle Aus zu geben, welche eigentlich noch die Linie berührten. Er tat dies absolut bewusst.

Denn er wusste um die Wirkung, welche dieser „Trick“ auf Patrick haben würde.

Zunächst war Patrick nur ein wenig irritiert. Er hatte das Match ja schließlich unter Kontrolle. Es stand 5:2 im ersten Satz. Patrick war seinem Gegner bei jedem Schlag überlegen.

An eine Niederlage verschwendete er keinen einzigen Gedanken.

Warum auch?

Patrick gewann den ersten Satz schließlich mit 6:3. Bis zum Ende des Satzes kamen aber erste Diskussionen um enge Bälle auf. Patrick`s Gegner gab immer wieder Bälle aus die Patrick vom Gefühl des Schlages her eigentlich im Feld erwartet hatte.

Dieses Gefühl, vom Gegner beschissen zu werden, fing an Patrick im Kopf zu beschäftigen.

Der zweite Satz begann. Patrick verlor ein wenig seinen Faden.

„Der verarscht mich doch da hinten. So oft kann ich mich gar nicht irren bei meinen Schlägen. Ich werde ab sofort genau darauf achten ob meine Bälle wirklich im Aus sind.“

Patrick`s Gegner merkte, wie Patrick mit seinen Gedanken beschäftigt war. Das Patrick nicht mehr so sicher wie noch im ersten Satz spielte. Patrick`s Gegner merkte, dass seine Taktik so langsam Früchte trug.

Das Match wurde enger. Die Aufschlagspiele umkämpfter. Beim Stand von 2:2 und 15:30 brach es dann heraus.

Patrick schlug auf. Sein Gegner retournierte zu kurz. Patrick schlug eine Vorhand lang in die Rückhandecke seines Gegners.

WINNER! Dachte Patrick.

Doch sein Gegner gab den Ball aus.

Nach all den Vorkommnissen platzte Patrick der Kragen. Er ging ans Netz, forderte seinen Gegner alles andere als sympathisch auf ihm den Ballabdruck zu zeigen.

Der Gegner zuckte mit den Schultern. Blickte auf den Sandboden. Suchend waren seine Blicke. Doch er konnte den Ballabdruck angeblich nicht finden.

Es ging um einen wichtigen Punkt. Entweder 30:30. Oder 15:40. Das Match hatte sich zu einer engen Kiste entwickelt. Patrick wusste all dies. Er war sich der Wichtigkeit dieses Punktes bewusst.

Patrick fragte ob er auf die andere Seite des Platzes kommen dürfte. Sein Gegner willigte ein.

Doch auch Patrick konnte keinen wirklichen Abdruck finden. Er war sich aber sicher, dass seine Vorhand drin war. Genauso sicher wie bei den knappen Bällen zuvor im Match. Doch da hatte er noch nichts gesagt.

Er lag zu dem Zeitpunkt ja klar in front.

Nun war es anders. Das Match war eng. Patrick war wütend. Sauer.

Die beiden Spieler einigten sich auf die Wiederholung des Punktes. Patrick passte dies gar nicht. Er fluchte, suchte Blickkontakt zu Zuschauern und seinen Mannschaftskollegen. Diese hatten mitbekommen, dass Patrick`s Gegner mit unfairen Mitteln agierte.

Sie durften aber natürlich nicht eingreifen.

Patrick verlor den Punkt durch einen leichten Fehler. 15:40. Ein guter Punkt seines Gegners stellte die Ergebnistafel auf 3:2. Für Patrick`s Gegner.

Patrick selbst fand sich nun auf der Verlierstraße wieder …..

Du kennst solche Geschichten. Du kennst solche Gegner. Du hast sie entweder gesehen oder selbst erlebt.

Auf solche Gegner können wir jederzeit treffen. Jederzeit kann uns ein solcher Gegner aus dem Konzept bringen. Und genau das darf nicht passieren.

Was können wir tun?

Lassen wir einen offiziellen Schiesdrichter jetzt mal außen vor. Bis dieser das Zepter übernommen hat kann sich das Match schon zu unseren Ungunsten gedreht haben. Unser Nervenkostüm kann bereits arg strapaziert sein.

Da kann es schon zu spät sein.

Vielmehr muss es uns um den psychischen Aspekt in solchen Situationen gehen. Auf dem Platz stehen wir unter Strom. Negative Emotionen können uns jederzeit um den Finger wickeln und bremsen. Wir dürfen auf keinen Fall wie Patrick in der vorausgegangenen Geschichte reagieren.

Dann verlieren wir solch ein Match.

Hast Du schonmal in eigentlich ernsten Situationen Deinen Humor walten lassen? Einfach mal eine witzige Bemerkung gemacht?

Obwohl es eigentlich gar keinen Anlass zu humorvollen Aussagen gab?

Das hilft. Und in unserem Fall in zweierlei Hinsicht.

Wir stellen das Betrügen unseres Gegners NICHT in einen negativen Kontext. Negative Emotionen können uns wie wir wissen aus der Bahn werfen.

Stattdessen haben wir ein Grinsen auf dem Gesicht just in dem Moment, in welchem unser Gegner durch sein unfaires Verhalten eigentlich denkt uns geärgert zu haben. Die berühmt-berüchtigten zwei Fliegen sind somit mit einer Klappe geschlagen.

Versteh mich nicht falsch. Keinesfalls sollst Du auf dem Tennisplatz beleidigend werden. In keiner Form. Und schon gar nicht Deinem Gegner gegenüber.

Aber ein oder zwei witzige Sprüche in Bezug auf das Unfaire Verhalten des Gegner sind doch noch im Rahmen, oder nicht?! 😉

„Den Trick kannte bereits meine Oma. Und sie ist zufällig mein Mentalcoach!“

„Hab mal gehört: Ehrlichkeit währt am längsten“

„Komischerweise sind dieselben Schläge im Training seit Jahrzenten drin. Jemand muss hier die Linien falsch verlegt haben“

„Maulwurf-Alarm hier auf dem Platz! Die Linien bewegen sich während dem Ballwechsel“

Um nur einmal ein paar Beispiele aus der Luft zu greifen. Du drehst das Spiel um. Anstatt das es Dich in einen Sog zieht, aus welchem Du kein entkommen mehr finden wirst.

Wenn sich Dein Gegner Dir gegenüber unfair verhält, hat dieses Verhalten nur ein einziges Ziel: Dein Gegner will Dich aus der Bahn werfen. Er will Dich wahnsinnig machen. Er will Dich auf die Palme bringen. Und Dich unfair besiegen. Vermutlich, weil er sich anders nicht zu helfen weiß.

Wie idiotisch wäre es ihm diesen Gefallen auch noch zu tun? Ihm den Sieg auf dem Silbertablett zu servieren? Verdammt idiotisch, oder?! 😉

Aus der Geschichte mit Patrick haben wir gelernt wie Du es auf keinen Fall machen darfst. Lass Dir dies ein lehrendes Beispiel sein. Behalte diese Geschichte im Hinterkopf.

Damit Du nicht denselben Fehler wie Patrick begehst. Und Deinem Gegner nicht den Sieg auf dem Silbertablett servierst.

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6 Kommentare

  • Hallo Marco
    Ich habe eine frage. Da ich gerade dabei bin eine Prüfung vorzubereiten und es über die Tennis Psychologie geht wollte ich frage ob du mir ein paar tips für das training geben kannst.
    LG Léon Sonnek
  • Wie aber reagieren, wenn der eher bessere Gegner dazu noch beschimpft, bescheisst o. gar bedroht inkl. in meine Richtung geschossenen Baellen, Aggro-Blicken und Kumpel am Rand? Aufgeben, verstört weiter machen und verlieren?
  • Oder sich vom Tennis verabschieden, da die Leute ja auch einem Kyrgios trotz dessen Beleidigungen noch zujubeln?
  • Lieber Stephen,

    am besten: Lachen. Denn solch ein Verhalten ist lächerlich. Auf keinen Fall darauf eingehen. Nicht antworten, nicht Bälle zurückschiessen, nicht Aggro gucken. Das macht die ganze Situation nur schlimmer. Geh dem Quatsch aus dem Weg und versuche dich nach außen nicht damit zu beschäftigen.

    Viele Grüße,
    Marco
  • Finde es wirklich großartig, was du hier machst. Deine Artikel sind super geschrieben und ich für meinen Teil finde ständig neue Tipps. Ein großes Lob von mir!
  • Hallo Noah,

    tausend Dank für Deine netten Worte. Sowas freut mich immer sehr zu lesen. Werde mir die größte Mühe geben alles so weiter und besser zu machen ;-)

    Vielen Dank,
    Marco

Was denkst du?

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