Federer macht alles richtig

Wie schon im Vorjahr pausiert Roger Federer während der Sandplatzsaison und damit auch während der French Open, um sich voll und ganz auf Wimbledon vorzubereiten. 

L’OTTAVO TRIONFO DI RE ROGER FEDERER“ (CC BY 2.0) by TennisStreaming

Nach einem erfolgreichen ersten Abschnitt der Hartplatzsaison nahm sich der Rekord-Grand-Slam-Champion zunächst eine wohlverdiente Auszeit. Nun aber ist der „Maestro“ wieder ins Training eingestiegen. Bis zum Beginn der Rasensaison wird er aber nicht auf der Tour zu sehen sein. Wie auch 2018 wählte Federer Abu Dhabi für seine Trainingslager. Zumindest legt das ein Foto seines Coaches, des ehemaligen ATP-Profis Peter Wessels nahe. Der Niederländer postete auf Instagram ein Foto, dass ihn zusammen mit Federer zeigt. „Eine gute Trainingseinheit vor dem Abu-Dhabi-Cup“, kommentierte Wessels seinen Post. Federer liegt also keineswegs auf der faulen Haut.

Fraglich bleibt nur, weshalb sich Federer, wie auf dem Bild zu erkennen ist, auf Hartplatz für die Rasensaison vorbereitet. Offenbar sind die Feinheiten aktuell noch nicht so wichtig. Zunächst einmal scheint das Athletikprogramm Vorrang zu haben. Sein erster Auftritt auf der Tour wird beim ATP Turnier in Stuttgart erwartet. Danach wartet auf den Weltranglisten-Zweiten Halle. Und danach der das traditionsreichste Tennisturnier der Welt in Wimbledon, wo er Titel Nummer neun einfahren will. Die Chancen für einen Wimbledon-Sieg des Schweizers stehen ähnlich gut, wie die Quote des FC Bayern für eine Fussball Wette zur deutschen Meisterschaft. Und das auch, weil Federer auf den Sand-Swing verzichtet und damit seinen in die Jahre gekommenen Körper für den Rest der Saison schont. Federer macht also erneut alles richtig, wie er überhaupt bislang in seiner Karriere alles richtig gemacht zu haben scheint.

AFC Wimbledon“ (CC BY 2.0) by EEPaul

Allerdings könnte man annehmen, dass Sand weitaus schonender für die Gelenke ist, als Hartplatz. Richtig, doch da der Aufprallmoment auf Hardcourts im Gegensatz zu Sand immer nur kurz ist und Federer die Beweglichkeit eines Tänzers hat, belastet er seine Gelenke in den entscheidenden Momenten etwas weniger. Lange Ballwechsel, wie sie zum Spiel auf Sand gehören, sind also für Federers Knochen doch etwas schlechter. Einziger Wehrmutstropfen aber ist, dass wir Federer vielleicht nie wieder auf Sand sehen werden. Das ist gerade zum jetzigen Zeitpunkt seiner Laufbahn besonders schade, da er noch präziser und härter spielt und früher auf Punktgewinn abzielt, als noch in anderen Stadien seiner Karriere. Und dabei wäre es so schön: Ein Finale unterm Eifelturm – Sandplatzkönig Rafael Nadal gegen Federer, Nummer eins gegen Nummer zwei der Weltrangliste.

Ohnehin erwarten seine Fans, dass Federer bald wieder die Spitzenposition im Ranking übernimmt. Doch angesichts der Tatsache, dass auch Nadal im Spätherbst seiner Karriere noch einmal überragendes Tennis spielt und auf Sand so gut wie unbezwingbar ist, scheint das eher nicht der Fall zu werden. Die Frage ist, wer kann Nadal stoppen? Auf Sand aktuell wohl eher niemand. Das belegt auch sein Turniersieg in Monte Carlo. Keinen Satz gab der Spanier ab.

Mittlerweile ist Nadal bei saisonübergreifend 36 gewonnen Sätzen auf Asche! Nahezu unbezwingbar agiert der Mallorquiner auf seinem geliebten Untergrund. Spätestens auf dem Grün aber dürfte mit dem Siegeszug des 31-Jährigen aber Schluss sein, denn dann ist die Zeit für King Roger reif.

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