Zweiter Aufschlag: Dein größter Feind und wie du ihn in die Flucht schlägst

Du hast Angst. 

Deine innere Stimme flüstert zu dir:

Zweiter Aufschlag, verdammt ... Spiel diesen zweiten Aufschlag einfach nur rein. Keine Experimente. Kein Risiko. Kein Doppelfehler.

Zitternd wirfst du den Ball hoch. Obwohl du weißt, dass der Ballwurf viel zu niedrig ist, spielst du den Aufschlag. Mit seiner letzten Kraft erreicht der Ball das T-Feld deines Gegners. Ehe du dich versiehst, schlägt der Return bereits in deiner Rückhand ein. Du kannst nichts tun. Der Return ist unerreichbar. Ratlos zuckst du mit den Schultern. Dein wichtiges Aufschlagspiel bei 4:4 im zweiten Satz geht verloren.

Der größte Feind deines zweiten Aufschlags hat mal wieder gewonnen. Glatt. Ohne große Gegenwehr von dir.

Dein zweiter Aufschlag: Warum er dein Feind ist

Es ist dein Kopf.

Eine kurze Story:

Früher war ich eine komplette Niete in Mathe. Ich konnte ganz gut Kopfrechnen und war beim Eckenrechnen nicht der Letzte. Alles was aber mit Geometrie, Gleichungen und Brüchen zu tun hatte, war für mich wie das Einhalten eines Politikerversprechens: nicht zu lösen.

Vor jeder Matheklausur ging bei mir der Horrorfilm im Kopf los.

Wird es eine fünf oder eine sechs? Was wird mein Lehrer sagen, wenn er mir das Heft auf den Tisch knallt? Was werden meine Eltern sagen, wenn ich schon wieder eine solch schlechte Note mit nach Hause bringe?

Obwohl ich versprochen hatte in Mathe zu pauken?

In meinem Kopf entstand ein dunkelgrünes Monster mit roten Haaren und zwei Meter langen Zähnen. Meine Angst vor einer Matheklausur war nicht in Worte zu fassen.

Und ein ähnliches Phänomen spielt sich bei deinem zweiten Aufschlag ab. Es passiert mehr Unglück in deinen Gedanken, als auf dem Court.

Du kennst sicherlich das Gefühl bei deinem Aufschlag, wenn du mit einem Kumpel ein paar Bälle spielst und anschließend einfach aufschlägst. Ohne groß nachzudenken. Einfach Ball hoch, Schläger in den Rücken – und drauf. In diesem Beispiel spielt dein Unterbewusstsein deinen Aufschlag. 

Nicht aber dein Verstand. 

Alle Automatismen laufen ab:

  • Ballwurf
  • Ausholbewegung
  • Timing
  • Bogenspannung
  • Treffpunkt

Vielleicht wunderst du dich bei diesen Aufschlägen manchmal selbst darüber, wie platziert und temporeich diese im gegnerischen Feld einschlagen.

Das kleine Geheimnis eines großartigen zweiten Aufschlags

Wie das geht?

Du musst verstehen, was da eigentlich passiert.

Wenn du deinen Autoführerschein machst, wirst du dich die nächsten Monate oder Jahre nicht auf ein Fahrrad setzen. Kommt dann der glorreiche Zeitpunkt deines Fahrrad-Comebacks, erlebst du aller Voraussicht nach folgendes Szenario:

Du holst den alten Drahtesel aus der Garage, schmeißt deinen athletischen Körper elegant auf den Sattel und radelst los.

Du stellst dich nicht vor dein Fahrrad, analysierst die Situation, schaust dir das Rad genau an und überlegst, wie du jetzt taktisch am klügsten vorgehst, um das Fahrrad zu besteigen.

Erkennst du den Unterschied?

Das elegante Draufschmeißen und Losfahren steuert dein Unterbewusstsein. Die große Analyse und das Planen ist dein Verstand.

So spielst du einen starken zweiten Aufschlag

Vergrabe all deine Analysen und Gedanken vor dem zweiten Aufschlag tief in deinem Vorgarten. Alle Zweifel und Ängste werden deinen zweiten Aufschlag niemals verbessern. Wenn überhaupt wird das Gegenteil der Fall sein. Was kannst du also tun, um deinen zweiten Aufschlag tatsächlich zu verbessern und deinen #1 Feind zu besiegen?

Hier ist ein ziemlich todsicherer Plan für dich.

  • Zeit

Lass dir zwischen deinem ersten und zweiten Aufschlag Zeit. Werde nicht hektisch, quengelig oder zickig. Ticke den Ball in der Manier eines Novak Djokovic vor drei Jahren. Schaue genau auf den Ball. Schaue zu deinem Gegner. Schaue auf die Netzkante. Bleibe dabei entspannt und sauge alle Informationen, die dir deine Umgebung gibt, in dich auf.

  • Entscheide dich schnell

Fünf Sekunden. Das ist die Zeit, in der du dich entscheiden solltest wohin du wie deinen zweiten Aufschlag platzieren willst. Lass dein Selbstvertrauen in die Entscheidung mit einfließen. Fühlst du dich eher ängstlich, spiele den zweiten Aufschlag mit Slice und langsam. Bist du hingegen voller Selbstvertrauen, spiele den zweiten Aufschlag mit Kick.

  • Atme richtig

Drücke deine Zunge ein wenig gegen deinen Gaumen. Atme tief durch die Nase ein und entspannt durch den Mund wieder aus. Wiederhole diese Atmung bis zu dreimal. Schaue dabei nach unten und ticke den Ball auf. Konzentriere dich ausschließlich auf dein Atmen. Es ist vollkommen unmöglich, dass du dich auf deine Atemtechnik konzentrierst und dir gleichzeitig Sorgen über deinen möglichen Doppelfehler machst.

  • Stelle dir den idealen zweiten Aufschlag vor

Fülle deinen Kopf und deine Gedanken mit positiven Bildern. Dies tut du, indem du dir einen hervorragenden zweiten Aufschlag bildlich, so detailliert wie möglich, vorstellst. Stelle dir deinen Bewegungsablauf genau vor. Wie du aus den Beinen heraus arbeitest. Wie der Ball ideal zum Ballwurf deine Hand verlässt. Wie du in voller Streckung den Ball perfekt triffst.

All diese Punkte des todsicheren Plans werfen deine Zweifel und Ängste über Bord. Dein Kopf, dein #1 Feind deines zweiten Aufschlags, kommt erst gar nicht zum Zug. Er hat keine Chance. Immer wieder hörst du die Phrase, dass Tennis im Kopf entschieden wird. Dem ist auch so. 

Doch werden dir kaum Möglichkeiten genannt, wie du das Spiel denn für dich im Kopf entscheiden kannst.

Dieser Plan für deinen zweiten Aufschlag ist eine genaue Anleitung, wie du Matches im Kopf für dich entscheiden kannst.

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Sven H., Spieler aus der Bezirksliga

Hinweis: Die Ideen und Lehren sind nicht für Mondballspieler/Bringer geeignet. 

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