Was du NICHT tun solltest, wenn dein Gegner dir beim Einspielen keinen einzigen Ball zuspielt

Verfluchte Sch*** … Was ist das für ein Ars*** da drüben?!!

Du willst nicht so sein.

Du willst dich nicht von dem unsportlichen Verhalten deines Gegners beeinflussen lassen, wütend werden, deine Beherrschung und das Match verlieren.

Aber doch passiert dir genau dies regelmäßig in deiner Tenniskarriere.

Du musst immer darauf gefasst sein, dass deine Gegner mit allen Mitteln gewinnen wollen – ob nun auf faire oder unfaire Art und Weise. Man mag meinen, dass Menschen im Alter vernünftiger werden.

Weiser.

Toleranter.

Dies mag für zwischenmenschliche Beziehungen gelten. Nicht aber für Tennismatches. Auf dem Platz ist Krieg. Jeder versucht sein Bestes, jeder will gewinnen und die wenigsten bedenken dabei die moralischen Grundsätze.

Neben dem permanenten Aus geben von Bällen die klar im Feld sind, gibt es eine weitere unheimlich effiziente Möglichkeit, dich direkt wutentbrannt zum ersten Seitenwechsel auf die Bank zu bringen.

Im Kopf deines Gegners klingt diese Möglichkeit so:

Ich spiele ihm im Einspielen keinen Ball wirklich zu. Stattdessen spiele ich in die Ecken, ich spiele schnell. Und ich spiele einfach mal einen Stopp. Wenn er sich beschwert und etwas sagt, werde ich mit den Schultern zucken und in mich hinein grinsen. Es steht in keinem Gesetzbuch geschrieben, dass ich den Ball im Einspielen zu meinem Gegner spielen soll.

Diese Strategie geht dir natürlich auf den Schläger. Dein Pulsschlag erhöht sich während der ersten Ballwechsel, die ihr versucht im Einspielen auf den Platz zu bringen. Nach zwei bis drei Minuten suchst du wie Angela Merkel verzweifelt nach Lösungen in aussichtslosen Situationen.

Du gehst in deinem Fall ans Netz, um Volleys zu spielen.

Was aber macht dein Gegner dann?

Du ahnst es vielleicht …

Dein Gegner spielt Passierbälle.

Genau dies ist mir bei einem Ranglistenturnier in Herne passiert. Ich spielte gegen einen Jungen, der weit, sehr weit, hinter mir in der Rangliste stand. Auf dem Papier eine klare Angelegenheit.

Der Junge spielte auch nicht besser als ich.

Aber er lachte auf dem Platz – und ich weinte.

Weil er das Einspielen komplett zerstörte und mit dem Einspielen mich und meine psychologische Verfassung gleich mit.

Mal ganz davon abgesehen, dass ich mental vollkommen falsch auf diese höchst merkwürdige Situation reagierte, machte ich noch einen weiteren Fehler.

Vor diesem Fehler möchte ich dich mit diesem Artikel bewahren, wenn du auf einen solchen Gegner treffen solltest.

Du zeichnest den Rahmen des Matches

Wenn du ein Bild an die Wand nageln willst, benötigst du einen Rahmen.

Dieser Rahmen bestimmt die Stimmung des Bildes. Der Rahmen hat einen unweigerlichen Effekt auf das Bild.

Der Rahmen gibt die Spielregeln vor.

Auf dem Tennisplatz ist es ähnlich.

Man spricht dann davon, dass ein Spieler dem Match seinen Stempel aufdrückt. Oder das vielmals zitierte, abgedroschene, zersplitterte Ruder herumgerissen hat. Oder das Momentum nun auf seiner Seite hat.

Sobald du mit deinem Gegner auf dem Platz stehst und das Einspielen startet, musst du derjenige sein, der den Rahmen vorgibt.

Beispiele:

  • Übernimm die Initiative und sei du derjenige, der beim Einspielen die Bälle von unten reinspielt, warte nicht ab
  • Geh du zuerst ans Netz, um Volleys zu spielen
  • bestimme du, wann Aufschläge gemacht werden

Mit diesen Verhaltensweisen bist du der aktive Part auf dem Platz. Du bist der, der Nagel und Hammer in die Hand nimmt, um das Bild mit Rahmen aufzuhängen.

Schau dir die beiden folgenden Bilder an. Beide Bilder haben einen Rahmen. Das eine Bild einen starken, das andere einen schwachen.

Die Wirkung ist aber verblüffend anders:

Schmaler, unauffälliger Rahmen

 

Auffälliger, starker Rahmen

Du bestimmst den Rahmen der Geschehnisse auf dem Platz.

Der große Fehler

Vorhin schrieb ich von einem Fehler, vor dem ich dich bewahren möchte.

Der Fehler lautet:

Werde nicht zum Clown der jeweiligen Situation auf dem Platz. Lass dich nicht rumschubsen.

Lerne, deine Emotionen und Gefühle zu kontrollieren. Lass dich nicht von ein paar Kleinigkeiten, wie beispielsweise einem bescheuerten Gegner ohne Anstand, aus deiner buddhistischen Ruhe bringen.

Bleib gelassen. Und zeige deinem Gegner, wie gelassen du mit seinem Quatsch umgehen kannst.

Dann wird sein unsportliches Verhalten zu einer Tomate, die an einer Betonwand zerschellt.

Wenn dein Gegner dir während dem Einspielen keinen Ball zuspielt und meint dich abschießen zu müssen, wenn du am Netz Volley spielen willst, ignoriere dies.

Laufe nicht den Bällen hinterher, die dein Gegner in die Ecken spielt. Spiele sofort wenn du siehst, dass dein Gegner mal wieder in eine Ecke spielt, den nächsten Ball aus deiner Hosentasche rein.

Gelingt es deinem Gegenüber mal nicht sofort in die Ecken zu spielen, spiele den Ball zu ihm zurück.

Vermeide dasselbe Verhalten, welches dein Gegner vorgibt. Lass dich nicht beeinflussen selbst unsportlichen Quatsch auf dem Platz zu verrichten.

Nach dem Motto:

Machst du meine Sandburg kaputt, mach ich auch deine kaputt.

Dies ist Quark und du bist ein viel zu souveräner Spieler, um dich auf ein solches Niveau zu begeben.

Entwickel echte Prinzipien

Du bist ein Charakter auf dem Platz.

Du bist niemand, der sich herumschubsen lässt und ausschließlich auf die Situationen während eines Matches reagiert.

Lege deinen Rahmen fest, in dem du dich als Charakter und Spieler auf dem Court bewegen willst. Entwickel Prinzipien und Grundsätze, arbeite an diesen und halte an diesen fest.

Hier ein paar Ideen für deine zukünftigen Grundsätze:

Ich lasse mich von unsportlichem Verhalten nicht aus der Ruhe bringen.

Ich suche bei Problemen nach Lösungen, die in meiner Hand liegen.

Ich mache nicht den Gegner für meine mentale Verfassung verantwortlich, sondern nur mich selbst.

Ich lasse mich auf keine Diskussionen auf dem Platz ein.

Ich lasse mich nicht verarschen oder zum Depp machen!

Dein Rahmen muss unerschütterlich sein.

Das Bild, welches dein Gegner dann in deinem Rahmen sieht, ist respektvoll und lässt deinen Gegner überlegen. Wenn dieser merkt, dass er mit dir eben nicht alles machen kann, dass du dich von seinen fiesen Matenten nicht aus dem Konzept bringen lässt, muss dein Gegner nach Lösungen suchen.

Wenn ein Bogenschütze all seine Pfeile verschossen hat, muss er sich erst neue Pfeile schnitzen.

Dein Gegner ist dann viel mehr mit sich selbst und seiner eigenen Situation beschäftigt. Dies ist ein klarer psychologischer Vorteil für dich, der das Match entscheiden kann.

Nicht nur das Match im Kopf. Auch das Match auf dem Platz.

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1 Kommentar

  • Hallo Marco ! Frohe Weihnachten
    Ich habe ein Problem mit meiner Einhändigen Rückhand.
    Bitte um Hilfe. usw.
    Gruß Dieter

Was denkst du?