Der Anfänger-Guide für eine perfekte Vorhand

Info: Dieser Artikel ist aus der Sicht eines Rechtshänders geschrieben. Wenn du Linkshänder bist, musst du also ganz einfach spiegelverkehrt denken.

Die Vorhand gilt bei vielen Spielern als die eindeutig stärkere Seite.

Doch was macht die Vorhand so stark? Und wie kannst du dies auf dem Platz schlussendlich umsetzen?

Dieser Anfänger-Guide richtet sich gezielt auf die technischen Aspekte und die Grundvoraussetzungen, um eine effektive und starke Vorhand zu spielen.

Die Basics für eine gute Vorhand sind:

  • die richtige Griffhaltung
  • die richtige Fußstellung
  • das Arbeiten mit Hüfte und Schulter

Diese drei Punkte sind die Schwerpunkte in diesem Guide, welcher dich dahin führen wird, dass du eine technisch saubere Vorhand spielen wirst. Dies wiederum ist die Grundlage, um darauf aufbauend eine echte „Waffe“ zu entwickeln.

Wir im Team von tennis-insider.de legen einen großen Wert auf die technische Ausführung und auf Kleinigkeiten bei der Technik.

Davon sollst du profitieren.

Beginnen wir sofort mit dem ersten Punkt: der richtigen Griffhaltung.

Du wirst dir im Laufe deiner Karriere eine gewisse Griffhaltung angewöhnt haben. Eine Griffhaltung, welche für dich bequem und gemütlich ist. Und das sollst du auch definitiv so beibehalten.

In diesem Guide geht es beim Punkt der Griffhaltung viel mehr darum, dir ein paar Tipps zur Griffhaltung zu geben.

Der Anfang deiner Griffhaltung ist die Stelle, an welcher du deinen Schläger anfasst. Dies kann etwas weiter oben (von unten gesehen) am Griff sein, oder aber deine Hand verlagert sich weiter nach unten.

Merke: wenn du den Griff etwas weiter oben anfasst, so wird der Schläger für dich „stabiler“ in der Hand liegen. Wenn du dagegen den Griff am äußersten Ende greifst, kannst du mehr mit dem Handgelenk arbeiten. Was ein wenig auf Kosten der Stabilität geht.

#Lesetipp: Wichtige Tipps für deine Vorhand mit viel Topspin

Probiere ein wenig aus und schau, womit du dich am sichersten fühlst.

Es gibt unterschiedlichste Griffhaltungen mit den verschiedensten Bezeichnungen – „Western-Griff“ und so weiter.

Im Grunde geht es bei der Griffhaltung um zwei Dinge:

  • Eine eher neutrale Griffhaltung
  • Eine eher extreme Griffhaltung

Die neutrale Griffhaltung hast du, wenn du mit deiner Hand den Schlägergriff von oben greifst. Oder anders gesagt: wenn du den Griff wie bei einem Händedruck greifst.

Die Schlägerfläche ist gerade, sie steht neutral.

Wenn du nun deine Hand nach links rutschen lässt am Griff, so wird deine Griffhaltung „extremer“. Die Schlägerfläche „schließt“ sich mehr.

Solltest du bereits über einen längeren Zeitraum unbewusst mit ein- und derselben Griffhaltung spielen, so solltest du im Training einfach mal ein wenig testen. Durch das „Rutschenlassen“ des Schlägers in deiner Hand kannst du immer wieder ein wenig optimieren und ausprobieren.

So stellst du dich richtig zur Vorhand

Du kannst dich entweder seitlich zum Ball stellen bei deiner Vorhand oder aber offen.

Bei der seitlichen Stellung steht dein linkes Bein vorne, dein Gewicht verlagert sich auf dein vorderes Bein und deine linke Schulter zeigt zum Gegner

Bei der offenen Stellung zum Ball zeigen deine Knie beide zum Gegner, dein Körper ist zunächst offen zum Ball. Bereitest du dich nun auf den Schlag vor, so dreht sich deine Hüfte, die linke geht nach vorn, die rechte zieht nach hinten. Dazu zeigt nun, wie bei der seitlichen Fußstellung, deine linke Schulter erneut zum Gegner hin.

Selbstverständlich kannst du zwischen diesen beiden Stellungen switchen. Für bestimmte Spielsituationen eignet sich die seitliche Stellung besser, für andere Situationen wiederum die offene Fußstellung.

Hast du genügend Zeit um dich zum Ball zu stellen, ist die seitliche Fußstellung für dich eventuell leichter. Du hast gute Kontrolle beim Schlag, stehst schön seitlich und kannst den Ball vor dem Körper treffen.

#Lesetipp: Wichtige Tipps für deine Beinarbeit

Achte bei deinem nächsten Training einmal bewusst darauf, wie du in welchen Situationen überhaupt bei deiner Vorhand zum Ball stehst.

Du wirst feststellen, dass du ähnlich wie bei deiner Griffhaltung auch hier viel optimieren und probieren kannst. Du wirst ein besseres Gefühl für deine Fußstellung bei der Vorhand gewinnen – und dadurch mehr Kontrolle erreichen.

Der Trick mit der Fußspitze

Wenn du dich bei deiner Vorhand seitlich zum Ball stellst, so wird deine linke vordere Fußspitze vermutlich zur Seite zeigen. Dadurch wird es für deine Hüfte und deinen gesamten Oberkörper schwieriger beim Schlag durch den Ball zu gehen.

Du „verschließt“ ein Stück die Tür für deine Hüfte.

Aber du hast ja Optionen 😉

Und eine Option sieht für dich in diesem Falle so aus, dass du deine Fußspitze ein wenig versetzen kannst. Nämlich zur Platzmitte hin. Dies muss gar nicht so viel sein – du musst nicht dein linkes Bein dafür verdrehen 😉

Knappe drei Zentimeter reichen vollkommen aus.

#Lesetipp: Dieser kleine Trick verbessert deine Grundschläge radikal

Auf diese Weise machst du es deiner Hüfte einfacher zu arbeiten. Du kannst besser und schneller durch den Ball gehen beim Schlag. Dein Gefühl für den Schlag ist besser.

Ganz davon abgesehen kannst du dem Ball auch mehr Power und Geschwindigkeit mitgeben 😉

Was uns direkt zum nächsten und auch letzten Punkt bringt …

Das Zusammenspiel zwischen deiner Schulter und Hüfte

Tennis spielst du nicht mit Kraft. Tennis spielst du mit Schwung. Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass Spieler wie Roger Federer oder auch Novak Djokovic keine Muskelberge aufgebaut haben, die sie den Ball beschleunigen lassen. Im Gegenteil. Roger und Novak haben dünne Arme.

Trotzdem können sie die Vorhand schnell spielen. Federer besitzt die vielleicht beste und schnellste Vorhand der Welt. Dazu nutzt er keine Muskelkraft, sondern Schwung. Habe auf dem Platz also stets im Hinterkopf abgespeichert, dass du keine Kraft benötigst. Wenn du total platt bist, obwohl du nur aus dem Stand gespielt hast, dann hast du zu viel Kraft für deine Schläge verbraucht. Spürst du diesen enormen Kraftverlust, atme tief durch und konzentriere dich wieder mehr auf den Schwung.

Wo bekommst du diesen Schwung nun her?

Du holst ihn aus deiner Hüfte und Schulter.

Wenn du diesen Artikel aufmerksam gelesen hast, wird dir aufgefallen sein, dass deine linke Schulter bei der Vorhand zu deinem Gegner zeigt. Deine linke Hüfte ist dabei vorn, deine rechte weiter hinten.

Um den Ball gut zu treffen und zu „fühlen“, müssen deine Schulter und deine Hüfte miteinander arbeiten. Aus diesen beiden Quellen nimmst du den Schwung für deine Vorhand. Idealerweise arbeitest du dazu noch zusätzlich aus deinen Beinen heraus.

Um die Vorhand jetzt optimal zu spielen, kommt beim Schlag deine rechte Hüfte nach vorn. Deine linke Hüfte geht nach hinten und du gehst mit deinem kompletten Oberkörper, mit Schwung, durch den Ball durch.

Idealerweise zeigt nach der Vorhand deine rechte Schulter zum Gegner; der Schlag endet mit dem Schläger über deiner linken Schulter.

Das Zusammenspiel dieser verschiedenen Faktoren ist entscheidend.

Diese Faktoren werden deine Vorhand, auch wenn du bereits eine sehr gute spielst, verbessern. Du wirst in deinen Bewegungsabläufen immer mal wieder Fehler entdecken. Bekomme ein Gespür dafür, wo die Fehler liegen. Vielleicht verreisst du die Vorhand öfters, wenn du deinen Körper zu früh öffnest. Oder du bist immer ein bisschen zu spät am Ball und triffst die Filzkugel nicht vor dem Körper.

All diese Fehler sind individuell. Du musst diese Probleme deswegen auch immer individuell lösen.

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2 Kommentare

  • Hallo,

    ich bin Anfänger, und fand den Artikel sehr hilfreich! Aktuell besitze ich noch keinen eigenen Schläger, weswegen ich nun auf der Suche nach einem neuen Schläger bin. Auf http://www.tennisschlaeger.info/ werden Head, Babolat und Wilson als beste Marken genannt. Welche dieser Marken bzw. Schläger eignet sich denn am besten für einen Anfänger? Gibt es überhaupt spezielle Anfängerschläger? Macht das Sinn, oder kann man sich gleich einen richtig guten Schläger kaufen?

    LG
  • Hallo Patricia,

    es freut mich, dass du den Artikel hilfreich fandest. Was die Schlägerwahl betrifft, musst du auf dein Bauchgefühl hören. Schnapp dir ein paar Schläger zum testen und finde heraus, mit welchem du am besten zurecht kommst. Es gibt kein Patentrezept. Es gibt keine Schablone, die du anlegen kannst. Wichtig ist, dass du verschiedene Marken und Modell testest. Wähle dann den Schläger aus, der dir das beste Gefühl beim Spielen vermittelt hat.

    Viele Grüße und gutes gelingen,
    Marco

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