13 clevere Kniffe, die deinen Volley sofort verbessern

Du bist sieben Jahre jung.

Du läufst in den real-Markt.

Ohne groß nachzudenken, ohne auf deine Eltern Acht zu geben, rennst du schnurr-stracks in die Spielzeug-Abteilung. Du hast gestern in der Werbung das neue Lego-Raumschiff von Star Wars gesehen – du musst es haben.

Nachdem du in der Spielzeug-Abteilung angekommen bist und das großartige Raumschiff entdeckt hast, stehst du mit eben diesem unter deinem Arm nun ganz allein im großen real-Markt.

Ohne eine Idee, was du als nächstes machen sollst. Ohne Orientierung. Ohne halt.

Ähnlich ergeht es vielen Tennisspielern auf dem Tennisplatz, wenn sie einem ihrer aggressiven Grundschläge ans Netz folgen. Sie laufen teilweise desillusioniert in einen Raum, welcher ihnen gänzlich unbekannt ist. Sind sie irgendwie in diesem Raum angekommen, wissen sie sich zumeist ausschließlich mit Reflexen zu helfen.

Ein Plan, eine Idee sieht anders aus.

Das Netzspiel ist interessant, schwierig und komplexer als es im Fernsehen bei Roger Federer aussieht. Dies ist vermutlich einer der Hauptgründe, warum auf den Tennisanlagen die wir so besuchen kaum ein Spieler oft ans Netz vorrückt.

Fast alles spielt sich an der Grundlinie ab.

Genau deswegen kann ein dosiertes, cleveres Netzspiel den Unterschied in einem Match ausmachen. Dazu hat der Volley und das damit verbundere Vorrücken noch andere Vorteile:

  • Mehr Flexibilität für das eigene Spiel
  • Überraschungsmomente für den Gegner
  • Kürzere Punkte

Wenn du kein begnadeter Volley-Spieler bist, sind die folgenden Kniffe für dich von äußerster Wichtigkeit. Trainiere sie. Wiederhole immer wieder den Laufweg ans Netz. Hole dir Sicherheit beim Volley. Achte auf kleine Schritte und auf deine Balance.

Los geht´s!

#1 Erkenne die richtige Situation

Lauf nicht einfach blind nach vorn.

Du musst deinen Blick für Spielsituationen schulen. Schaue, wo dein Gegner steht. Sobald der Ball deine Bespannung wieder verlässt, musst du einschätzen können ob dein eigener Schlag gut genug war um diesem ans Netz zu folgen.

Dein Gegner sollte sich in der Defensive befinden. Er sollte reagieren anstatt agieren.

#2 Sei kein Trampeltier

Riesige, am besten noch unkontrollierte Schritte auf dem Weg ans Netz sind der Mörder Nummer eins für deinen Volley. Und damit für dein gesamtes Netzspiel.

Durch diese großen Schritte beraubst du dich selbst der Kontrolle für die Spielsituation. Nutze kleine, schnelle Schritte. Ähnlich wie bei deinen Schlägen von der Grundlinie. Du musst jederzeit bereit sein abzustoppen oder schnell deine Richtung zu ändern.

Dies ist mit großen Schritten nicht möglich.

#3 Schlage den richtigen Weg ein

„Folge deinem Schlag, Marco“ – Mein damaliger Trainer war sehr darauf bedacht, dass seine Schützlinge dem eigenen Angriffsball folgen.

Laufe nach deinem Vorbereitungsschlag nicht einfach los. Viele Spieler laufen mittig nach vorn – sie wollen ja das Netz abdecken. Manche laufen auch in eine bestimmte Richtung. Weil sie denken, dass ihr Gegner in genau diese Ecke spielen wird.

Richtig ist aber, einfach der Richtung deines Angriffsschlages zu folgen.

Auf diese Weise verkürzt du den Winkel für deinen Gegner.

#4 Sei bereit – der Bereitschaftssprung

Split-Step, oder auch der Bereitschaftssprung, ist dein Schlüssel für einen sauberen Volley.

Doch wann musst du diesen machen? Und: warum musst du diesen überhaupt machen?

Versuche mal, mitt aus deinem Lauf heraus ohne abzustoppen eine Vorhand zu schlagen. Den Ball wirst du treffen. Aber wo der hingehen wird, dass wird dich alles andere als glücklich stimmen.

Stehen. Schlagen.

Und dies gilt auch für deinen Volley. Der Split-Step ist dafür da, um dich in die Schlagposition für den Volley zu bringen. Alles andere zuvor war nur die Vorbereitung.

Dein Gegner holt aus. Der Zeitpunkt für deinen Split-Step ist kurz bevor dein Gegner den Ball trifft.

Du kannst also mit dem Split-Step beginnen, sobald dein Gegner die Ausholbewegung für seinen Schlag beendet hat.

#5 Fokus auf den Ball

Du stehst nun am Netz. Oder zumindest in der Nähe. Dein Winkel hat sich als verändert. Du musst jetzt noch genauer auf den Ball schauen.

Viele Spieler tun dies nicht. Und treffen den Volley am Rahmen. Oder ungenau – und verlieren somit die Kontrolle.

Dein Auge sollte sich jetzt messerscharf auf den Ball fokussieren. Nur wenn du den Ball wirklich genau siehst, wirst du einen guten Volley spielen.

Versuche zu erkennen, wie sich der Ball dreht. Welchen Drall er besitzt. Wie schnell er ist. Versuche blitzschnell in Gedanken durchzugehen, wie sich der Ball auf deiner Bespannung „anfühlen“ würde.

#6 Werde Lucky Luke

Lucky Luke konnte seinen Revolver schneller ziehen als sein eigener Schatten.

Für einen guten Volley musst du mindestens so schnell sein wie Lucky Luke – wenn es darum geht deinen Oberkörper leicht zu drehen.

Es ist eine kurze, schnelle Bewegung. Aber eine wichtige. Je nachdem, ob du einen Vorhand- oder Rückhand-Volley spielen wirst, musst du dich im Oberkörper kurz in die richtige Richtung drehen.

#7 Nutze dein Schild

Halte deinen Schläger wie ein Schild vor dir. Senkrecht nach oben, stabil im Handgelenk. Jederzeit für den Angriff des Gegners bereit.

Bewegst du dich ans Netz, während dein Schläger irgendwo einzig in deiner Schlaghand gefangen neben deinem Bein baumelt, wirst du nicht in der Lage sein einen guten Volley spielen zu können.

Schläger hoch. Vor deiner Brust. Stabil in deiner Hand.

#8 Du hast eine Wand hinter dir

Stelle dich mit deinem Schläger in der Hand, mit deinem Rücken gerade an eine Wand. Nun nimmst du den Schläger, wie bei #7 beschrieben, vor deine Brust.

Jetzt holst du aus.

Die Wand hinter dir wird deine Ausholbewegung sehr schnell abbrechen.

Dies ist die maximale Ausholbewegung bei deinem Volley.

Die meisten Volley-Fehler geschehen, weil der Spieler viel zu aufwendig ausholt. Der Volley hat keine Ausholbewegung.

Er wird gedrückt:

#9 Drücke den Ball – schlage ihn nicht

Da du beim Volley nicht ausholst, kannst du den Ball auch nicht schlagen. Deswegen drückst du ihn. Der Ball kommt schnell auf dich zu. Der Ball ist wesentlich kürzer unterwegs, als wenn du ihn von der Grundlinie zurückspielen würdest.

Diese Geschwindigkeit, diese Kraft des Balles musst du kontrollieren können. Du musst diese Kraft nutzen, um aus dem Ball einen langsameren Ball zu machen.

Dies gelingt dir nur, wenn du den Ball mit einer Druckbewegung spielst.

#10 Wickel den Ball ein

Wir haben soeben bei #9 über Kontrolle gesprochen. Diese Kontrolle erhältst du, wenn du den Ball beim Volley „einwickelst“.

Den Volley streichelst.

Spiele den Ball dazu mehr von unten. Arbeite mit deinem Handgelenk und dem Unterarm. Gib dem Ball Schnitt, damit du ihn besser kontrollieren kannst.

#11 Wo triffst du den Volley?

Du kannst den Volley nicht immer gleich spielen. Du musst einschätzen können, ob du den Volley ÜBER der Höhe der Netzkante spielst oder DARUNTER.

Spielst du ihn oberhalb der Netzkante, kannst du den Ball beim Schlag nach unten drücken. Aber selbstverständlicht nicht zu viel 😉

Drückst du den Volley aber nach unten, obwohl der Ball sich bereits unterhalb der Netzkante befindet, wird dein Volley natürlich ins Netz gehen.

Erkenne also schnell, wo du den Volley spielen wirst.

#12 Das Netz ist das Ziel

Du greifst ans Netz an, spielst den ersten Volley einen Meter vor der T-Linie.

Was passiert dann?

Vermutlich erreicht dein Gegner deinen Volley.

Dann musst du noch näher ans Netz rücken. Rücke nach jedem Volley den du spielst weiter ans Netz. Am besten so weit, dass du mit dem Bauchnabel fast das Netz berührst.

Dein Verhalten nach deinem ersten Volley ist wichtig. Es entsteht eine neue Spielsituation. Du als Netzspieler darfst aber keineswegs in der alten Spielsituation stecken bleiben.

Deswegen gilt für dich: schnelle, kurze Schritte weiter nach vorn. Split-Step. Schläger hoch.

#13 Stabilität im Handgelenk

Der letzte Punkt ist der Wichtigste. Und erstreckt sich über alle anderen zwölf Punkte.

Dein Handgelenk muss stabil sein.

Das bedeutet nicht, dass du Herkules sein musst. Hab deinen Schläger sprichwörtlich fest im Griff. Dein Handgelenk darf während des Volleys nicht nachlassen.

Im Gegensatz zu deinem Schlägerkopf. Lässt du einen Volley „nur abtropfen“, so bleibt der Schlägerkopf „weich“ und bewegt sich sogar nach hinten.

Dein Handgelenk aber, dieses bleibt auch beim „abtropfen“ eines Volleys stets stabil. Es ist deine absolute Grundlage für einen effizienten Volley.

Ohne ein stabiles Handgelenk wirst du deinen Volley nicht verbessern können.

#Fazit

Der Volley ist schwierig. Es gibt unzählige Dinge, die du zur richtigen Zeit richtig machen musst. Fundamentale Punkte sind aber in erster Instanz am wichtigsten:

  • Folge deinem Schlag ans Netz
  • Sei stabil im Handgelenk
  • Setze den Split-Step richtig ein
  • Drücke den Ball anstatt ihn zu schlagen

Nichts geht ohne Training. Du wirst im Training nicht alle Punkte direkt 100% richtig umsetzen. Aber du kannst dein gesamtes Netzspiel anhand dieser Punkte nach und nach verbessern.

Und bedenke immer: es ist noch kein Stefan Edberg vom Himmel gefallen 😉

 

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