Körpersprache beim Tennis: Mit hängenden Schultern stemmst du keinen Pokal in die Höhe

Deine Worte können die Wahrheit verschleiern, deine Körpersprache hingegen nicht.

Dieser Artikel wird dir eine wahre Geschichte liefern und dir zeigen, wie entscheidend es kann, wie du dich auf dem Platz verhältst.

Leider habe ich persönlich eher selten Trainer erlebt, die ihre Spieler auch im Bereich der Körpersprache schulen. Die nonverbale Kommunikation wird auf dem Platz, sei es in Wimbledon oder beim LK- Turnier in Hochschönhausen, unterschätzt.

Wenn du mal tief in dich gehst und deine letzten Matches so Revue passieren lässt, dann wirst du langsam aber sicher „Aha-Erlebnisse“ haben. Selbstverständlich hat deine Körpersprache unweigerlich Einfluss auf das, was auf dem Platz passiert. Dein Gegner spürt es, wenn du ängstlich bist. Ebenso spürst du es, wenn du das so wichtige Momentum auf deiner Seite hast und deine Vorhand wie am Schnürchen kommt – ohne das du viel nachdenken musst.

All das läuft ohne Worte ab.

In der gleich folgenden Geschichte schildere ich dir Beobachtungen, die ich genau so bei einem einfachen Turnier gemacht habe. Es handelte sich um zwei normale Spieler, wie du es bist.

Bevor wir in die Geschichte eintauchen machen wir einen kleinen Test.

Bist du bereit? Super, dann starten wir.

Setz dich bitte auf den Rand eines Stuhles, lass deine Schultern und deinen Mundwinkel hängen. Hast du diese Position ungefähr eingenommen?

Perfekt.

Jetzt senkst du deinen Blick nach unten, setzt dich auf keinen Fall gerade hin, sondern etwas buckelig, und sagst laut:

„Heute ist der schönste Tag meines Lebens!“

Wie fühlt sich das für dich? Glaubst du die Worte, die du sagst? Oder spürst du ganz genau, dass dein Körper etwas vollkommen anderes sagt?

Du wirst dich auf jeden Fall merkwürdig fühlen und vielleicht schelmisch grinsen. Das ist ok. Aber du spürst schon an diesem kleinen Beispiel, dass deine Körpersprache Einfluss auf deine Gedanken hat. Und deine Gedanken, aber das weißt du wahrscheinlich nur zu gut, haben direkten Einfluss auf deine Vorhand.

Starten wir nun mit einer kleinen Geschichte über Körpersprache auf dem Tennis.

Körpersprache beim Tennis – lese und lerne

Fabian ging mit einem Lächeln auf seinen Gegner zu und begrüßte diesen. Sein Gegner verzog sein Gesicht nicht und nickte mit dem Kopf. Der Gegner schien ein Eisberg zu sein, vor dem selbst The Rock nur nervös werden würde. Fabian konnte keinerlei Stimmung bei ihm finden. Weder war er sonderlich entspannt, noch positiv heiter.

Er war einfach da.

Fabian irritierte dies. Er hatte sich eine freundlichere Begrüßung gewünscht.

„Wir haben uns ja nicht zum Boxen getroffen.“, dachte er sich.

Fabian merkte nicht, dass er das erste mentale Duell verloren hatte. Fabian selbst war im Kopf bereits beschäftigt. Sein Gegner hatte sein erstes Ziel also schon erreicht.

Während des Einspielens spielte sein Gegner jeden dritten oder vierten Ball in eine Ecke. Fabian störte dies, er sagte aber nichts.

Hinweis: Wenn du dich mal in einer ähnlichen Situation wie Fabian befinden solltest, dann sprich mit deinem Gegner. Sei dabei aber bloß nicht zu höflich, sondern sei lieber bestimmend freundlich. Ein zu liebes Auftreten auf dem Platz bringt dich nur in Schwierigkeiten.

Fahren wir mit der Geschichte fort.

Erste Wut braut sich in seinem Magen zusammen. Zeigen wollte Fabian seinem Gegner diese Wut aber nicht.

Schnellen Schrittes, hektisch und mit dem Kopf nach unten gerichtet hetzte Fabian zu den Bällen, die sein Gegner in die Ecken spielte. Er hob diese auf und spielt den Ball wieder rein.

Erneut war es der vierte Ball, den sein Gegner an die Seitenlinie spielt. Fabian verdrehte die Augen und seufzt.

Sein Gegner dachte sich:

„Na also, die ersten negativen Reaktionen.“

Fabian indes dachte:

„Auf keinen Fall werde ich dem Idioten da drüben zeigen, dass mich sein unsportliches Verhalten beim Einspielen stört.“

Im Laufe der ersten drei Aufschlagspiele gab Fabians Gegner zwei knappe Bälle Aus. Fabian schluckte seine mittlerweile brodelnde Wut so gut es geht hinunter. Er ließ sich kaum Zeit zwischen seinem ersten und zweiten Aufschlag. Die Seitenwechsel nutzte er nur, um kurz ein paar Schlücke zu trinken.

Fabians Sensibilität stieg.

Leichte Fehler zeigten ihre Wirkung. Er gestikulierte viel, sprach negativ zu sich selbst.

Aber noch immer glaubte Fabian, dass er seinem Gegner kaum etwas über sein Innenleben verraten hatte.

Sein Gegner aber konnte die Körpersprache klar entschlüsseln:

„Er ist mehr mit sich beschäftigt, als mit dem Match. Er bemerkt gar nicht, dass meine Rückhand viel besser ist als meine Vorhand. Dank seiner mentalen und strategischen Schwäche kann ich meine Stärke voll ausspielen. Dabei ist er rein spielerisch eigentlich besser als ich.“

Bemerkst du, was du deinem Gegner während eines Matches alles über dich verrätst?

Deine Gegner werden dir natürlich niemals während eines Seitenwechsels erzählen, dass sie deine Körpersprache lesen können. Es liegt in deiner Verantwortung, dass du dich auf dem Platz so verhältst, dass du deinem Gegner Stärke statt Schwäche signalisierst.

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