4 Dinge, die viele Spieler nicht über Konzentration beim Tennis wissen

Jaja, der Kopf …

Auch wenn es natürlich viele wichtige Faktoren für ein erfolgreiches Tennismatch gibt: Der Erfolg beginnt im Kopf. Tennis wird im Kopf entschieden. Und das ein großer Teil der mentalen Stärke auch etwas mit Konzentration und Fokus zu tun hat, sieht man immer wieder bei unseren großen Vorbildern in den großen Matches ihrer Karrieren.

Da stellt sich für uns „Hobbyspieler“ die Frage: Kann man Konzentration trainieren? Und wenn ja, wie?

Bevor wir zu schnell umsetzbaren Tipps zur Konzentration auf dem Platz kommen, möchte ich mit einem großen Mythos aufräumen. Einem Mythos, der mich wütend macht, weil viele Spieler und Trainer falsch an das Thema Konzentration herangehen.

Denkst du, dass es möglich ist, ein gesamtes Match über voll konzentriert zu sein? Jeden Punkt konzentriert spielen zu können?

Meiner Meinung nach ist dies eine große Lüge. Es ist nicht möglich auf Abruf konzentriert zu sein – egal, wie viel es im Satz oder im Aufschlagspiel steht. Meine Theorie sieht anders aus.

Du hast ein ganz klar definiertes Budget an Konzentration zur Verfügung. Dieses Budget setzt sich aus deiner mentalen Stärke und deiner Kondition zusammen. Diese beiden Faktoren ergeben deine Fähigkeit zur Konzentration. Wenn du ein mental sehr starker Spieler bist, der trotz hochkochender Emotionen logisch denken und Probleme lösen kann, du aber in einer körperlich schlechten Verfassung bist, wird dein Budget an Konzentration mittelmäßig sein.

Wenn du topfit und mental stark bist, wirst du dich besser konzentrieren können – und länger. Solltest du mental und körperlich schwach sein, wirst du von der Dynamik eines Tennismatches gnadenlos aufgefressen.

Tipp Nummer 1: „Den Fokus setzen“

Wie schnell lässt man sich ablenken? Von einem Zuschauer. Von Reaktionen eines Zuschauers. Von eigenen Fehler. Vom Gegner … Wie schnell bringt uns solch eine Ablenkung aus dem Rhythmus? Sofort.

Deswegen ist es äußerst hilfreich sich bereits vor dem Match klar zu machen, dass man sich heute nicht ablenken lässt. Heute bleibt der Fokus komplett auf dem Match. Ganz egal was passieren wird. Man erlebt es nicht allzu selten, dass durch teils lächerliche Ablenkungen ein ganzes Match verloren gegeben wird. Mit dem richtigen Fokus wird diese Möglichkeit ein Match zu verlieren aus dem Verkehr gezogen.

Bleib fokussiert!

Tipp Nummer 2: „Kondition = Konzentration“

Das kenne ich sehr gut von mir selbst 🙂

Mit einem Puls von 180 lässt sich der Ballwechsel wesentlich schwieriger spielen. Hier geht ein wenig vom eben erwähnten Fokus abhanden. Denn mit schwacher Kondition ist man mehr mit seinem Atem beschäftigt als mit allem anderen. Machen wir uns nichts vor: komplett aus der Puste geht unsere Konzentration ebenso komplett verloren.

Deswegen kommt man um Arbeit und Konditionstraining nicht drumherum. Je fitter wir sind, desto besser können wir uns konzentrieren und unseren Fokus setzen. Der fittere Spieler gewinnt zumeist die engen und hart umkämpften Matches. Auch, weil er sich in den entscheidenden Situationen besser konzentrieren kann.

Tipp Nummer 3: „Auf den Moment konzentrieren“

„Was wäre wenn …“

„Hätte ich doch lieber ….“

„Der vorletzte Ball von mir war doch gar nicht im Aus, er hat mich verarscht …“

Verabschiede dich von solchen „Gedankenspielen“. Sie stören nur Deine Konzentration, lenken negativ ab und bringen Dich aus dem Konzept.

Nichts anderes. Und seien wir ehrlich: Wie oft erwischen wir uns selbst bei solchen Gedanken?! 😉

Viel produktiver ist es, sich auf den nächsten Moment zu konzentrieren. Sei es der Ballwurf beim Aufschlag, die Ausholbewegung bei der Vorhand oder die Beinarbeit vor der nächsten Rückhand. Auch hier geht es wieder um: Fokus.

Du kannst dich auf Kleinigkeiten konzentrieren. Hier eine kleine Ideenliste:

  • überlege, wie du den nächsten Aufschlag/Return spielen willst
  • lege fest, ob du den nächsten Ballwechsel aggressiv oder passiv gestalten willst
  • binde deine Schnürsenkel auf und binde sie wieder zu
  • fege mit deinem Fuß Sandkörner von der Grundlinie
  • richte deine Bespannung und zähle die Längssaiten
  • suche nach einem Ballabdruck in Nähe der Grundlinie und überlege, ob du diesen Aus geben würdest

Wenn dir noch weitere nützliche Ideen einfallen schreibe einen Kommentar unter diesem Artikel.

Wir müssen uns auf das positive, das Produktive fokussieren. Nicht auf die Gedanken, welche uns nur aus unserem Rhythmus bringen. Aus dem Rhythmus bringt dich alles, was negativ ist. Sehr negativ sind Selbstgespräche in denen man sich selbst komplett verurteilt und verflucht.

Wahrscheinlich kennst du auch Tennisspieler, die sich auf dem Platz selbst zerfleischen und dabei auch noch Spaß zu haben scheinen.

Tipp Nummer 4: „Konzentration bewusst trainieren“

Abschließend, als letzten Tipp: Training. Ebenso wie die Grundschläge können wir auch unsere Psyche, in diesem Fall unsere Konzentration trainieren. Achte bewusst auf die ersten drei Punkte aus diesem Artikel. Spiele bewusst auf Plätzen, auf denen es viele Störfaktoren geben kann (beispielsweise Lärm, windige Bedingungen etc.).

Auch wenn es in Trainingsspielen natürlich immer etwas lockerer zur Sache geht: Auch hier können wir ab und an für den Ernstfall proben und unsere Konzentration samt Fokus trainieren.

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2 Kommentare

  • Hallo Marco,
    ich bin zufällig auf deine Seite gestoßen. Kompliment:-) Gefällt uns sehr gut.
    2 meiner Tennis Kolleginnen und ich sind ein wenig auf der Suche nach Hilfe.
    Wir sind "Trainingsweltmeister"..., früher haben wir Niederrhein-Liga gespielt, im Moment reicht uns 1-2 VL.;-) Leider spielen wir im Match so schlecht, dass wir jetzt nun irgendetwas dagegen tun wollen. Mehr Matches, mehr fremde Gegner....etc
    Ich glaube sowas lässt sich wirklich nur durch ganz viel spielen auf Turnieren etc lösen? + die kleinen Tipps und Tricks die Du hier auf deiner Seite stehen hast, oder?
    Wir vergleichen uns halt auch immer noch mit unserer Spielstärke als wir 20J.waren:-)
    Du merkst schon..... Ein großes "Kopfproblem".
    Über eine Rückmeldung würden wir uns freuen.
    Liebe Grüße,
    Die Tennismädels


    -
  • Hallo Romina und Co.

    Toll, dass ihr den Weg zu tennis-insider.de gefunden habt.

    Habt ihr schon eure Erwartungshaltung überprüft? :-)

    Es klingt ein wenig so, als wenn ihr ZU sehr auf Ergebnisse fokussiert seid. Und nicht so sehr auf das Match. Dann passiert es oft, dass man sich verrennt. Geht die ganze Sache locker an. Konzentriert euch auf die simplen Dinge wie sicher spielen, gut bewegen, den Ball früh treffen. Lasst euch von ein paar Fehlern nicht entmutigen.

    Wenn es weiterhin nicht klappen sollte wisst ihr ja wo ihr tennis-insider.de findet :-)

    Gruß
    Marco

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