3 simple Veränderungen, die aus deinem Slice einen hinterhältigen Fiesling machen

Er wird geliebt oder gehasst.

Der Slice ist ein Schlag, der meiner Meinung nach viel zu selten gespielt wird. Wird er dann mal eingestreut, so verpufft seine Wirkung schnell, da er falsch eingesetzt wird.

Spielst du den Slice nicht effektiv genug, kann die ganze Geschichte schnell gegen dich laufen. Dann bist du es, der an der Grundlinie die Bälle aus den Ecken kratzen muss. Rutscht dir der Ball auch nur etwas über die Bespannung, kann er schnell viel von seinem gefährlichen Schnitt verlieren.

Dann erhält deine Gegner eine Einladung mit Blumen, um den Ballwechsel aggressiv zu gestalten und dich unter Druck zu setzen. Ich glaube aber, dass der Slice trotzdem effektiv gespielt werden kann, auch wenn du ihn nicht perfekt spielst.

Lass uns zunächst mal schauen, wofür der Slice aus strategischer Sicht gut ist.

Tempowechsel

Wenn es dir in einem Ballwechsel zu schnell wird, kannst du einen Slice spielen, um mehr Zeit zu gewinnen und das Tempo aus dem Ballwechsel zu nehmen. Du selbst kannst dich wieder besser auf dem Court positionieren. Der Ball ist dazu länger in der Luft und dein Gegner wird dazu gezwungen, seinen nächsten Schlag unterhalb der Netzkante zu spielen.

Dies stellt deinen Gegner vor eine schwierige Aufgabe. Er wird diesen Schlag mit weniger Tempo spielen müssen. Du hast mit deinem Slice also für einen Tempowechsel gesorgt und konntest dich wieder optimal an der Grundlinie in Position bringen.

Raus aus der Komfortzone

Du kannst den Slice einsetzen, um deinen Gegner aus seiner Komfortzone zu ziehen.

Roger Federer macht dies sehr gern gegen Gegner die sehr hart spielen können.

Du hältst deinen Slice kurz und visierst als Ziel die Platzmitte an. Idealerweise das „T“ des T-Feldes. Dein Ziel kann selbstverständlich um ein paar Zentimeter abweichen, da du nicht genau das „T“ treffen wirst.

Was erreichst du mit diesem Slice?

Dein Gegner muss eine komplizierte Bewegung nach vorn machen. Die Komfortzone deines Gegners liegt kurz hinter der Grundlinie. Aus dieser Komfortzone wird dein Gegner herausgerissen, was für dich ein großer Vorteil im laufenden Ballwechsel ist.

Er hat gar keine andere Wahl, als den Weg nach vorn zu gehen.

Spielst du den Slice mittig, befindet sich dein Gegner im sogenannten Niemandsland des Platzes. Er muss dann nicht nur entscheiden, ob er den Weg weiter vor ans Netz oder wieder zurück an die Grundlinie geht. Deinem Gegner bieten sich enorm schlechte Winkel für seinen Schlag. Es wird sschwierig für ihn sein, sich gut zum Ball zu stellen.

Nicht selten wird der Ball aus diesen Positionen am Rahmen getroffen, wenn mit zu viel Tospin agiert wird.

Mit einem kurzen, simplen Slice kannst du eine Menge Schaden anrichten.

Angriff ist die beste Verteidigung: Chip n Charge

Chip n Charge – ein Begriff, der heutztage gar nicht mehr im Tennis verwendet wird.

Vielleicht habe ich ihn auch nur überhört.

Diesen Begriff verbinde ich direkt mit Patrick Rafter, der damals die Kombination aus Rückhand-Slice und dem Angriff ans Netz perfekt spielen und vor allem strategisch einsetzen konnte.

Ein guter Sliceball bringt dir viel. Die richtige strategische Ausrichtung bringt dir noch mehr. Wenn man über Strategie im Tennis spricht, ist der Sliceball einer der Hauptprotagonisten.

Verrückt, das er im Damentennis kaum gespielt wird.

In manchen Spielsituationen ist Angriff die beste Verteidigung. Im heutigen Tennis ist mit einem Angriff in den meisten Fällen ein schneller Ball, möglichst flach und ohne Rotation gemeint.

Angriff kann aber eben auch Chip n Charge sein, weil du damit den Druck auf deinen Gegner überträgst. Dieser wird dann nämlich dazu gezwungen einen herausragenden Passierball zu spielen.

Voraussetzung dafür ist natürlich ein guter, raffinierter Slice von dir 😉

Wie sieht Raffinesse in Bezug auf den Slice als Angriffsball aus?

Du solltest immer die schwächere Seite deines Gegners mit dem Slice attackieren. Meist ist dies düe Rückhand. Gehen wir davon aus, dein Gegner und du beide Rechtshänder seid, spielst du den Slice also cross.

Im Gegensatz zu der Strategie die wir vorhin besprochen haben, spielst du den Slice jetzt länger. Gehe nicht zu nah an die Grund- oder Seitenlinie, aber visiere eine bessere Länge an.

Der Slice ist länger in der Luft unterwegs als ein gerade gespielter Schlag. Dementsprechend hast du mehr Zeit, so weit es dir möglich ist, ans Netz vorzurücken.

Da dein Gegner tief runter in die Knie und auf einen extrem flachen Ball antworten muss, zwingst du deinen Gegenüber zu einem herausragenden Schlag.

Spielt er keinen grandiosen Ball, hast du am Netz, selbst mit einem nur durchschnittlichen Volley, leichtes Spiel.

Chip n Charge kannst du nicht nur anwenden, wenn du ein gutes Gefühl im Ballwechsel hast und eine Menge Selbstvertrauen spürst.

Auch wenn du dich an der Grundlinie unwohl fühlst und den Ballwechsel abkürzen willst, bietet sich mit dieser Angriffsstrategie eine für den Gegner überraschende Option.

Sei clever und lass deinen Slice zum Fiesling mutieren.

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3 Kommentare

  • […] gutes Verständnis für die Gesetzmäßigkeiten auf dem Platz. Von ihm lernte ich zum Beispiel das Winkelspiel. Ihm war es immer wichtig, dass nicht nur die technische Ausbildung ihren Wert besaß, sondern auch […]
  • Liebe Marco, danke für die genialen Tipps!
    Meine Frage: wie reagiere ICH am besten gegen so einen "Fiesling"?? Glg. Silvia

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