Eine einfache Methode, um ärgerliche Fehler zu vermeiden

Kennst du es?

Dieses Geräusch?

Wenn deine Vorhand an die Netzkante prallt?

Dein Blutdruck steigt unnatürlich an, wenn dir der Ball aus dem Netz wieder entgegenrollt, nachdem du einen leichten Fehler begangen hast.

Ich war die letzten drei Tage beim WTA-Turnier in Strasbourg vor Ort. Neben der wundervollen Stadt, durfte ich auch wundervolles Tennis erleben und machte zusätzlich so manche Entdeckung; die ich dir natürlich nicht vorenthalten will.

Viele Spieler spielen den Ball sehr flach über das Netz. Manche Biene, die währenddessen bei schönstem Sonnenschein ein Sonnenbad auf der Netzkante genoss, wird bereits den einen oder anderen tragischen Tod gestorben sein. Dabei ist dieser enorm flache Ball nicht immer nötig – im Gegenteil.

Bist du in der Defensive, oder baust gerade einen Punkt auf, musst du nicht immer super flach über das Netz spielen. Ein Marathonläufer beginnt nach dem Startschuss auch nicht, ohne Überlegung loszusprinten. Dies wäre totaler Quatsch.

Er teilt sich seine Qualitäten ein.

Natürlich sieht ein harter, gerade der Ball, welcher flach über das Netz fliegt spektakulär aus. Natürlich macht das „Draufhauen“ mehr Spaß. Aber: Ist es in vielen Situationen wirklich nötig?

Oder solltest du dir diesen flachen Ball lieber für bestimmte Spielsituationen aufbewahren? Und stattdessen lieber deine Fehlerquote mitsamt Fehleranfälligkeit minimieren? Der klügere Schachzug ist natürlich die zweite Variante: deine Fehlerquote minimieren.

Leichte Fehler vermeiden

Alles steht und fällt mit deiner Position auf dem Platz. In einem Ballwechsel verschiebt sich deine Position teilweise im Sekundentakt. Du musst schnell schalten- schnell Entscheidungen treffen. Und eine dieser teilweise schwierigen Entscheidungen nehme ich dir jetzt ab.

Minimiere deine flach-geschlagenen Bälle. Sie sind wie eine ganze Packung Ben & Jerry`s Eis am Abend. Eine verlockende Versuchung, die du später bereuen wirst.

Flach spielen provoziert leichte Fehler in deinem Spiel

Spiele ausschließlich harte und flache Bälle, wenn du tatsächlich auf den direkten Winner gehen willst. Du wirst auf diese Weise wesentlich mehr Sicherheit in dein Spiel bringen und leichte Fehler vermeiden.

Setze deinen Fokus im Ballwechsel anstatt auf Geschwindigkeit auf folgende Punkte:

  • Spin
  • Höhe
  • Länge
  • Winkel

Tempo fällt weg. Und der harte, gerade Ball ebenso.

Spielst du den Ball mit mehr Höhe und mehr Spin, umgehst du das Risiko einen Fehler ins Netz zu machen. Manchmal sind die effektivsten Dinge die Einfachsten 😉

Rafael Nadal soll ganz gut mit dieser Taktik fahren, aber natürlich sollst du kein Sandplatzwühler werden und nicht drei Meter hinter der Grundlinie graben, wie der Bagger der Nachbarbaustelle. Dir muss es um Sicherheit und Effizienz während des Ballwechsels gehen. Wenn du eben noch nicht in der Lage bist, einen wirklichen Winner zu schlagen.

Der Switch zwischen Höhe mit Spin und dem geraden Winner

Die Chinesin Shuai Zhang durfte ich in Strasbourg beim Training beobachten. Neben verschiedenen Konditionseinheiten spielte sie eine simple Übung:

Den ersten Ball sollte sie mit viel Spin und halbhoch in die Rückhand des Gegners spielen. Den Schlag darauf im Aufsteigen – flach als Winner. Natürlich mit etwas höherem Tempo als von unseren heimischen Tennisanlagen gewohnt – aber simpel 😉

Ihr Trainer wurde dabei nicht müde zu betonen, dass der flache Ball nur bei einem Winner wirklich wichtig und auch nötig ist. Insbesondere Damen haben die Angewohnheit, sehr schnell und dazu sehr flach zu spielen.

Was für die Damen der Profitour gilt, hat ebenso seinen Wert für dich als Hobbyspieler mit großen Ambitionen 😉

Versuche nicht so schnell es möglich scheint die Winner aus der Hüfte zu kloppen. Setze dir andere Ziele in deinem nächsten Trainingsmatch. Versuche, so oft es geht, einen halbhohen Ball mit Spin zwischen T- und Grundlinie zu spielen.

Ich habe mal in einem wichtigen Turniermatch vollkommen den Faden verloren. Es begann alles mit drei leichten Fehlern. Doch waren diese Fehler die Grundlage für den Verlust des ganzen Matches. Ich verlor jegliche Kontrolle über meine Vorhand. Kaum Gefühl, der Ball flog fast immer zu weit ins Aus und das Schlimmste war: der Gegner bemerkte dies recht schnell.

Was passierte?

Mein Gegner spielte jeden Ball auf meine Vorhand. Dabei mussten seine Schläge keine grandiose Qualität aufweisen. Es reichte aus, wenn der Ball etwas über die T-Linie flog. Spätestens die dritte Vorhand von mir landete im Aus. Das beruhigte mich natürlich nicht, sondern startete einen Prozess, der im Verderben endete.

Ich wollte die Punkte schneller machen.

In meiner Situation auf dem Platz, gefangen zwischen Nervosität, Unsicherheit und einem Hauch Wahnsinn, machte das auch Sinn:

Ich verschlage jede dritte Vorhand – also muss ich innerhalb der ersten Beiden den Punkt machen

Das Match dauerte keine Stunde mehr und ich hatte, es war glaube ich 3:6 und 2:6, verloren. Das Turnier fand am schönen Biggesee statt. Die Umgebung war ein schwacher Trost.

Meine Taktik war schlicht falsch.

Ich hätte anders denken müssen:

Ok, ich treffe keine Vorhand mehr. Also brauche ich zunächst wieder Sicherheit. Diese bekomme ich durch Rhythmus. Dieser kommt, wenn ich möglichst viele Vorhände spiele – weniger Tempo, mehr Höhe, bessere Beinarbeit, um besser zum Ball zu stehen

Mit dieser Denkweise hätte ich das Match – und meine Vorhand, vielleicht noch retten können.

Lass deinen Gegner auch mal Fehler machen. Minimiere deine Fehlerquote, indem du mehr mit Höhe agierst. Schick deinen Gegner zweimal links-rechts – anstatt mit einem Schuß auf`s Ganze zu gehen.

Erhältst du dann die Chance auf einen Winner: Versuche ihn bitte nicht direkt auf die Linie zu spielen 😉

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1 Kommentar

  • […] Du bist vor jedem Match nervös. Das ist menschlich und wird sich niemals ändern. Deine Nervosität zu bekämpfen wäre so, als würdest du dir vornehmen den Wind abzuschaffen. […]

Was denkst du?