Warum es totaler Unsinn ist den Stoppball hoch anzusetzen – und wie du stattdessen spielen solltest

„Marco, Du musst den Stoppball hoch ansetzen. Und mit Rückwärtsdrall spielen“.

Ich fragte mich bereits beim damaligen Training, an einem sehr heißen Sommertag auf Platz 1 unserer recht schönen Tennisanlage in einem Park, warum zum Teufel ich den Stoppball hoch ansetzen solle.

Damit ich den Punkt garantiert verliere?!

Mein damaliger Trainer war da aber anderer Meinung:

„Auf diese Weise spielst Du den Stopp sicherer. Dein Gegner wird auf jeden Fall loslaufen und versuchen, den Stoppball zu erreichen. So verliert er weiter an Kondition!“

Nehmen wir diesen wirklich sehr schwierigen und nur in bestimmten Spielsituationen passenden Schlag mal genauer unter die Lupe. Zu welchem Zeitpunkt ein Stoppball angebracht ist, soll uns in diesem Artikel erst einmal nicht interessieren. Viel mehr interessiert uns an dieser Stelle, WIE wir den Stoppball spielen sollten wenn wir ihn denn spielen.

Hoch? Flach? Wie denn jetzt?

In meinem obigen Beispiel sagte mein Trainer, man solle den Stoppball hoch ansetzen. Dadurch wird der Schlag, der Ball, automatisch langsamer und ein Stück kontrollierter. Wir haben also etwas mehr Kontrolle über unseren Stoppball.

Jetzt kommt das Große, erste ABER: Wenn wir unseren Stoppball mit unserer Ausholbewegung nicht perfekt verstecken können, wird unser Gegner hellhörig.

Er wird mit einem einigermaßen guten Auge zu erkennen wissen, was wir als nächstes vorhaben. Setzen wir unseren Stopp dann zusätzlich hoch an, was wird dann passieren?!

Klar: Unser Gegner läuft früh los. Wir spielen einen vielleicht sehr guten Stoppball. Durch das Hohe ansetzen hat unser Gegner aber genügend Zeit den Ball zu erlaufen. Und nicht nur das. Er wird ihn vermutlich noch über Höhe der Netzkante spielen können. Oder abapp darunter. Die Wahrscheinlichkeit das wir den Punkt gewinnen? Verschwindend gering.

Im Gegenteil. Wir können auf diese Weise sogar einen großen Nachteil erhalten. Eben wenn der Gegner die Möglichkeit bekommt, den Ball ÜBER Höhe der Netzkante spielen zu können.

Warum dies so ist?

Schau: der Winkel vom Ball zum Netz ist entscheidend. Muss der Gegner den Ball unterhalb der Netzkante spielen, ist der Winkel extremer. Der Gegner kann den Ball nur rüberschieben. Bekommt unser Gegner aber die Möglichkeit, den Ball oberhalb der Netzkante zu spielen, kann er den Ball tatsächlich schlagen. Unser Gegner hat wesentlich mehr Optionen. Er kann dem Ball sogar mit Topspin hinten lang reinspielen.

Dies sollten wir unbedingt vermeiden. Das Ziel deines Stoppballs muss nicht der direkte Punkt sein. Viel mehr solltest du das Ziel haben, dass dein Gegner einen schwierigen Ball unterhalb der Netzkante spielen muss.

Weiter geht`s …

Ideales Versteckspiel

Doch nicht der Ansatz unserer Stoppballes ist entscheidend, ob dieser gut oder schlecht wird. Das große Geheimnis liegt darin den Stopp so gut zu verstecken, dass unser Gegner nicht ahnen kann was auf ihn zukommen wird.

Wie bekommen wir dies am besten hin? Durch Training! Ziel muss es sein, unsere Ausholbewegung für den Stoppball zu trainieren. Wichtig dabei ist, dass wir so lange wie es möglich ist unsere „normale“ Ausholbewegung durchführen.

Erst im letzten Abschnitt unserer Schlagbewegung, kurz bevor wir den Ball treffen, müssen wir unsere Ausholbewegung geschickt und schnell abkürzen.

Auf der Vor- sowie auch auf der Rückhandseite.

Um dabei den Stoppball möglichst kontrolliert zu spielen, sollten wir in dieser schnellen Bewegung unseren Griff ein kleines Stückchen ändern. Mit dem Topspingriff wird der Schwierigkeitsgrad für einen Stopp um einiges höher 🙂

Beim Stoppball sollten wir auf beiden Seiten, Vor- und Rückhand, den Griff für den Slice verwenden. Somit haben wir mehr Kontrolle beim Schlag. Hinzu kommt: Wir können unserem Stoppball einen kleinen, aber vielleicht entscheidenden Schnitt mit auf den Weg geben.

Fazit: Für einen idealen Stoppball sollten wir diesen NICHT zu hoch ansetzen. Ziel sollte es sein, mit dem Stoppball den Punkt zu beenden. Nicht den Gegner konditionell zu schwächen. Wir sollten unseren Stoppball gefühlvoll mit dem Griff wie beim Slice spielen, um eine bessere Kontrolle bei der Ausführung dieses schwierigen Schlages zu haben.

Mit ein bisschen Schnitt und Gefühl können wir dann einen idealen Stoppball spielen.

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1 Kommentar

  • Gut erklärt Marco

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